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Premiere am Airbus A320

DLR misst Strömung im Flug per Laser

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat am 6. Januar bei einem Flug erstmals die Luftströmung an der Tragfläche eines Verkehrsflugzeugs gemessen.

Bei dem Flug ab Braunschweig im Rahmen des Projekts HINVA (High Lift Inflight Validation) kam der Airbus A320 ATRA (Advanced Technology Research Aircraft) des DLR zum Einsatz. In der Kabine des ehemaligen Verkehrsflugzeugs brachten die Wissenschaftler einen Laser hinter einer besonderen optischen Scheibe an. Hinter den daneben liegenden Passagierfenstern installierten sie Spezialkameras, welche die vom Laser sichtbar gemachten Nebeltröpfchen im Bild festhielten. Anhand der Fotos lassen sich sämtliche Luftbewegungen über der Tragfläche nachvollziehen und zu 3D-Animationen zusammenfassen. Der erste Flug am Abend des 6. Januar dauerte dreieinhalb Stunden; ein weiterer ist für den 8. Januar geplant. Die Besatzung im Cockpit der A320 muss dabei Laserschutzbrillen tragen.

Von den Ergebnissen erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse über die Strömung an Tragflächen und Landeklappen sowie im Bereich der Triebwerksgondeln im Langsamflug. Künftige Flugzeuge könnten dann mit aerodynamisch optimierten Systemen langsamer und leiser zur Landung ansetzen. Die bei den aktuellen Messungen eingesetzte PIV-Lasertechnik (Particle Image Velocimetry) stammt vom DLR-Institut aus Göttingen. Bei diesem Verfahren werden in das zu messende Strömungsfeld mikrometergroße Partikel eingestreut und ihre Bewegungen von Hochleistungskameras erfasst. Bei den Flugversuchen konnten die Wissenschaftler allerdings auf natürliche Partikel setzen, die in den Wolken vorhandenen Tröpfchen. Bei früheren Messflügen mit einer Dornier 228 des DLR in den Jahren 2009 und 2013 mussten Sonden auf den Flügel geklebt werden, welche die Luftströmung beeinflussten und die Strömung nur an einzelnen Punkten festhielten.

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