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40 Jahre Apollo 11 Mondlandung

40 Jahre Mondflug - im Juli 1969 landen Armstrong und Aldrin zu ersten Mal

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Mit der Landung von Neil Armstrong und Edwin Aldrin auf dem Mond am 20. Juli 1969 fand eines der spektakulärsten Raumfahrtprogramme seinen Höhepunkt. Mit einer Saturn V Rakete flog die Crew damals zum Erdtrabanten.

40 Jahre Apollo 11 Mondlandung

Das Apollo Programm hatte Anfang der 60er Jahre begonnen. Bevor Armstrong und Aldrin sowie nach Ihnen zehn weitere Astronauten den Momd betraten, sammelte die NASA mit den Gemini und ersten Apollo Missionen die notwendigen Erfahrungen.

Apollo 7 war der erste Flug des Raumschiffes in eine Erdumlaufbahn. Apollo 8 steuerte den Mond an und umrundete ihn. Mit Apollo 9 folgte die Erprobung der Landefähre und Koppelmanöver in der Erdumlaufbahn. Apollo 10 näherte sich dem Mond bereits auf 15 Kilometer.

Nach der bekannten Misson von Apollo 11 folgten noch Apollo 12, 14, 15, 16 und 17 zum Mond. Apollo 13 landete auf Grund eines Defektes nicht. Die weiteren geplanten Missionen wurden aus Kostengründen gestrichen.

Mondlandung Hintergründe

Landung auf dem Mond mit Apollo 11 - Foto und Copyright: NASA

In den folgenden zehn Minuten passierte das noch zweimal, und die Astronauten Neil Armstrong und Edwin Aldrin, sowieso schon unter höchster Belastung arbeitend, mussten auch noch Fehlersuche betreiben.

Indessen meldete der Kursrechner eine Abweichung von 23 Kilometern vom vorgesehenen Landepunkt, während das Landeradar 900 Meter weniger Höhe anzeigte als der Bordrechner. Aldrin gab die Daten direkt in den Computer ein, doch der reagierte mit Programmalarm und streikte.

Der Warnton in der engen Kabine gellte entnervend, bis die Bodenstation über die glücklicherweise wiederhergestellte Funkverbindung die Steuerung selbst in die Hand nahm. Aldrin las die Werte laut ab, und Armstrong steuerte - mit etwas mehr als einer Sekunde Verzögerung zum tatsächlichen Geschehen, denn Houston war fast 400.000 Kilometer etfernt.

Der Rechner zeigte nunmehr eine Erschöpfung der Speicherkapazität an und gab auf. Währenddessen sank der Mondlander wie vorgesehen, aber mit zu hoher Vorwärtsgeschwindigkeit, und niemand wusste, woran das lag. Vor den Kabinenfenstern raste ein Geröllfeld vorbei, kein geeigneter Landeplatz wahrlich, doch der anschließende Krater, 25 Meter im Durchmesser und sieben Meter tief, war es noch weniger. Erneut ein Warnsignal: Jetzt reichte der Treibstoffvorrat nur noch für 60 Sekunden!

Die Endphase der Landung gestaltete sich zu einem Wettlauf gegen die Uhr. Nun verschwand der "Eagle" auch noch in einer riesigen Staubwolke, aufgewirbelt vom Bremstriebwerk. Armstrong schwenkte die Fähre, um freie Sicht zu bekommen. Im Kontrollzentrum schrie Gene Kranz erneut auf, denn jetzt schluckte das Triebwerk schon die Treibstoffreserve, die eigentlich unter keinen Umständen angegriffen werden durfte. Um 20.17 Uhr endlich berührten die Fühler den Mondboden und stellten das Triebwerk ab. "Eagle" plumpste auf den Mond, mit einem kümmerlichen Treibstoffrest in den Tanks, der nur noch um ein Prozent über jenem Wert lag, bei dem die Düse zu stottern begonnen hätte.

Mondlandung Hintergrund 2

Astronaut Edwin Aldrin auf dem Mond während der Apollo 11 Mission. Foto und Copyright: NASA

Die zerbrechliche Landefähre stand nahe dem Krater Moltke am Südrand des Mare Tranquilitatis, mit einem Bein direkt neben einem 1,8 Meter tiefen Krater. Im Kontrollzentrum wischte sich Generalleutnant Samuel Phillips, der Direktor des Apollo-Programms, den Schweiß von der Stirn: "Ich denke, dass wir um ein Haar daran vorbeigekommen sind, abbrechen zu müssen."

Die Menschheit hielt den Atem an, denn schließlich sollte der erste Mensch seinen Fuß auf einen anderen Himmelskörper setzen. Auf den Schwarz-weiß-Bildern, die über die Fernsehschirme der ganzen Welt flimmerten, waren nur Schemen zu sehen. Eine automatische Kamera am Fuß eines der Landebeine zeigte den letzten Hüpfer Armstrongs in den Staub des Mondbodens. Dann die berühmten Worte: "Das ist nur ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein  gewaltiger Sprung für die Menschheit." Dieser scheinbar spontan gesprochene Satz wird oft zitiert, obwohl sich inzwischen herumgesprochen hat, dass ihn Armstrong vor dem Flug auswenig lernen musste - formuliert hatte ihn im Auftrag der NASA der Schriftsteller Norman Mailer.

Dass es bei diesem genialen, wahrhaft historischen und zugleich abenteuerlichen Unterfangen auch nur ein winziger Schritt bis zur Katastrophe war, zeigt bereits die Schilderung der dramatischen Abstiegsphase. Dabei wagte zu diesem Zeitpunkt noch niemand, an die Risiken beim Rückstart zu denken, von jenen des Aufenthalts auf dem Mond ganz zu schweigen. Von der kosmischen Strahlung oder von Meteoriten ging eine relativ geringe Gefahr aus, soviel wusste man schon von unbemannten Mondsonden bis hin zu den Messwerten der Pegasus-Satelliten, die eigens die Teilchendichte in jenen Bahnabschnitten ermittelt hatten, welche die Mondraumschiffe auf ihrem Weg durchquerten.

Mondlandung Hintergrund 3

Astronaut Edwin Aldrin auf dem Mond - die Anzüge boten kaum Bewegungsfreiheit. Foto und Copyright: NASA

Das Risiko des Fluges war insgesamt hoch, aber - wie der Verlauf des erfolgreichen Programms zeigte - offensichtlich vertretbar. Eines jedoch, das noch heute gern verschwiegen wird, sei hier erwähnt: das der rund 100.000 Dollar teuren Raumanzüge, die den beiden Landeastronauten die Lebens- und Arbeitsfähigkeit sichern sollten.

Fünf Anzüge befanden sich an Bord der Mondflugkombination, drei hermetische Druckanzüge im Kommandomodul und zwei echte Raumanzüge für "Extra-Vehicular Activities" (EVA) im Mondlandemodul für die Ausstiege auf die Mondoberfläche.

Diese steifen Space Suits hatten es in sich, weil sie den Männern nur begrenzte Bewegungsmöglichkeiten boten. So erlaubten sie beispielsweise das Greifen nach Werkzeugen oder anderen Gegenständen nur im Höhenbereich zwischen 1,83 und 0,56 Metern, weshalb für das Sammeln von Gesteinsproben spezielle Greifschaufeln benutzt werden mussten. So weit, so gut. Jedoch hatte sich beim Training auf der Erde eher zufällig gezeigt, dass die halbstarren Anzüge nicht nur wenig Bewegungsfreiheit boten, sondern auch wegen des auf dem Rücken befindlichen Klimatornisters eine äußerst ungünstige Schwerpunktlage hatten. Als nämlich einer der Astronauten beim Sammeln von "Mondgestein" in der Wüste über einen Felsbrocken stolperte und auf den Rücken fiel, stellte sich heraus, dass er ohne fremde Hilfe nicht mehr aufstehen konnte!

Eine Neukonstruktion war aus Zeit- und Kostengründen unmöglich. So schärfte man den Astronauten immer wieder ein, nur ja sehr vorsichtig zu sein und keine unbedachten Bewegungen zu machen, vor allem nicht gleichzeitig. Man stelle sich nur einmal zwei auf dem Rücken liegende Männer vor, mit allen Vieren zappelnd und unfähig, sich zu erheben - ein komisches und zugleich makabres, dabei durchaus mögliches und wenig heldenhaftes Ende einer Mondmission.

Zu guter Letzt begannen bei der Ankopplung nach geglücktem Rückstart beide Raumflugkörper umeinander zu kreisen. Aus dem NASA-Hauptquartier verlautete später, Collins habe den Adapter des Andockmechanismus schon zurückgezogen, noch bevor dieser richtig mit der Mondfähre verbunden war. Im gleichen Augenblick zündete ein Steuertriebwerk der "Spinne" und bewirkte die Drehungen. Geistesgegenwärtiges Reagieren der Besatzung verhinderte Schlimmeres. Die langjährige, intensive Ausbildung der Besatzung hatte sich bezahlt gemacht.

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