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Am 21. März 2020 bringt eine Sojus-Rakete weitere 34 OneWeb-Satelliten für die globale Internetkonstellation ins All. Arianespace

74 von 650 Satelliten sind jetzt im All

Sojus startet weitere 34 OneWeb-Satelliten

Eine Sojus-Rakete hat im Auftrag der Arianespace weitere OneWeb-Satelliten ins All gebracht. Die Rakete hob in Baikonur ab, es könnte vorerst der letzte europäische Start gewesen sein. Bis auf Weiteres alle Startvorbereitungen ausgesetzt.

Die Internetkonstellation OneWeb nimmt weiter Gestalt an. Am 21. März um 22.06 Uhr Ortszeit startete eine Sojus-Rakete, die zweite des Jahres 2020, mit weiteren Satelliten im Gepäck. An Gesamtnutzlast kamen 5.689 Kilogramm zusammen. Jeder Satellit wiegt 147,5 Kilogramm. Die restliche Masse macht die Befestigung der Satelliten aus: Nutzlastadapter und Struktur. Die Satelliten wurden nach zwei Zündungen der Sojus-Oberstufe "Fregat" in einem niedrigen polaren Orbit ausgesetzt. Diese Umlaufbahn in 450 Kilometern Höhe erreichte die Oberstufe nach drei Stunden und 45 Minuten Flugzeit. Den Rest des Weges zu ihrem Ziel, dem niedrigen Erdorbit in 1200 Kilometern Höhe, legten die Satelliten mit eigenen kleinen Manövertriebwerken zurück.

Über 600 Satelliten für globales Internet

Die Konstallation soll für einen Internetzugang in hoher Geschwindigkeit auf dem Land, auf dem Meer und in der Luft sorgen. Geplant sind nach heutigem Stand 650 Satelliten, die einen Zugang über 3G, LTE, 5G und Wi-Fi ermöglichen sollen. Erste Demonstrationen sollen noch in diesem Jahr stattfinden, ein globaler 24-Stunden-Service soll 2021 in Dienst gehen. Dazu sind weitere Satelliten im Orbit nötig, die ebenfalls von Arianespace gestartet werden. Gefertigt werden sie in Florida, USA, von OneWeb Satellites, einem Joint Venture aus OneWeb und Airbus.

Weitere Satelliten sollen mit der Sojus und Ariane 6 gestartet werden

Mit drei Starts hat der Startbetreiber Arianespace seit 2019 nun 74 OneWeb-Satelliten in den Weltraum befördert. Zwischen 2020 und 2021 sind 18 weitere Sojus-Starts für die Konstellation geplant. Sie sollen im Auftrag der Arianespace nicht nur in Kourou abheben, sondern auch von den Startplätzen Baikonur in Kasachstan und Wostotschny im Osten Russlands.

Auch die Ariane 6 soll bei den Starts mit einbezogen werden. Die kleinere Version der neuen Rakete mit zwei Boostern, die Ariane 62, soll bei ihrem ersten Start Ende 2020 weitere OneWeb-Satelliten befördern. Außerdem gibt es Optionen für zwei weitere Ariane 6-Starts im Jahr 2023. Welche Version der Rakete dabei zum Einsatz kommen soll, steht noch nicht fest. Die Ariane 62 kann bis zu 36 Satelliten mitnehmen, die größere Version Ariane 64 mit vier Boostern kann bis zu 78 der Satelliten in ihrer Nutzlastbucht unterbringen.

Pandemie unterbricht Startvorbereitungen

Doch Covid-19 könnte diese Pläne durchkreuzen: Um die Mitarbeiter am Startplatz in Kourou vor dem neuen Coronavirus zu schützen, hat Arianespace weitere Startvorbereitungen bis auf Weiteres ausgesetzt. Wie das Unternehmen am 19. März mitteilte, sollen Trägerraketen und Satelliten in einen Standby-Modus versetzt werden. Der nächste Start für OneWeb war Ende April vorgesehen.