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Bemannte Raumfahrt

Mondlandung im Mittelmeer?

Was macht der französische Dreifach-Astronaut Jean-François Clervoy da auf dem Meeresboden vor Marseille? Ist das eine Hommage an Neil Armstrong, oder steckt doch etwa mehr hinter der Aktion?

Teils, teils, sagt die ESA, welche diese Unterwasser-Simulation der ersten bemannten Mondlandung initiiert hatte. Clervoy und sein Tauchkollege Hervé Stevenin, ein erfahrener Ausbilder im Europäischen Astronautenzentrum Porz beim Köln (EAC), wandelten tatsächlich über den Meeresboden, als befänden sie sich auf der Mondoberfläche. Das französische Tieftauchunternehmen Comex hatte ihr Gewicht auf genau ein Sechstel des Normalwertes eingestellt, genau wie auf dem Mond, wobei sie den von Comex entwickelten Spezialanzug Gandolfi trugen. Dieser wiederum basiert auf dem russischen Außenbordanzug Orlan.

Während ihres Tauchausfluges sammelten die beiden Männer Bodenproben mit ähnlichen Hilfsmitteln, wie sie von den Apollo-Astronauten auf dem Mond benutzt worden waren: Die starren Raumanzüge ließen damals nicht zu, dass man sich bis auf den Boden bücken und dort liegende Steine ergreifen konnte, weshalb man lange Zangen benutzte.

Clervoys und Stevenins Aufgabe war nun unter anderem, den Entwicklern des Simulationsprogramms qualifizierte Rückmeldungen über die Wirksamkeit der Trainingsaufgaben zu geben. Stevenin beispielsweise, Ausbilder speziell für Außenbordarbeiten, konnte selbst Erfahrungen mit russischen und US-amerikanischen Raumanzügen sammeln, die beide begrenzte Bewegungsfreiheit bieten und einige körperliche Anstrengung verlangen. Im Unterwasserbecken von Köln-Porz werden für das Training nur originale Handschuhe und Stiefel verwendet, weil komplette Anzüge viel zu teuer wären. Künftig jedoch könnte Gandolfi an diese Stelle treten und das Gefühl der Echtheit bei den Simulationen verstärken.

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