Kleine Raketen, großer Preis DLR
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Kleine Raketen, großer Preis

Deutscher Mikrolauncher-Wettbewerb Kleine Raketen, großer Preis

HyImpulse oder Rocket Factory Augsburg: Beim Mikrolauncher-Wettbewerb der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR wurde nun der zweite Sieger gekürt.

Die Rocket Factory Augsburg ist beim Mikrolauncher-Wettbewerb nach Isar Aerospace der zweite Gewinner. Das Start-up des deutschen Raumfahrtunternehmens OHB setzte sich in der dritten Runde gegen das DLR-Spin-Off HyImpulse Technologies aus Neuenstadt am Kocher durch. Als Preis gibt es elf Millionen Euro aus der "BOOST!"-Initiative im "Commercial Space Transportation Services und Support" Programm (C-STS) der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Die Rocket Factory Augsburg wird mit ihrer Kleinrakete RFA One zwei Demonstrationsflüge durchführen und dabei institutionelle Nutzlasten transportieren.

"Beide Firmen haben im letzten Jahr große Fortschritte bei der Entwicklung ihrer Kleinträgerraketen gemacht und vielversprechende Konzepte vorgelegt", so die Luft- und Raumfahrtkoordinatorin Dr. Anna Christmann bei der Preisverleihung im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in Berlin am 25. April. "Damit schaffen wir die Grundlage für einen kommerziellen und kostengünstigen Zugang zum All. Denn nur im Tandem aus Wettbewerb und dynamischer Start-up-Community werden wir auch künftig Europas Zugang zum Orbit sicherstellen können."

Ausgewählt wurde der Gewinner in dieser letzten Wettbewerbsrunde von einer siebenköpfigen Expertenjury. Die Rocket Factory Augsburg setzt auf Flüssigtriebwerke und hat diese laut Jury bereits zu einem fortgeschrittenen Technologielevel entwickelt. Um die Entwicklungszeit zu verkürzen, greift das Unternehmen teilweise auf ukrainische Technik zurück. Beispielsweise stammt die Turbopumpe von Juschmasch. Welche Auswirkungen der Ukraine-Krieg auf die Entwicklung der RFA One hat, ist deshalb unklar.

Ins All mit Kerzenwachs

HyImpulse arbeitet an Hybridmotoren, in denen festes Paraffin – also Kerzenwachs – mit Hilfe von flüssigem Sauerstoff verbrannt wird. Diese Technologie wurde seitens der Jury als hoch innovativ bewertet.

Mit dem Mikrolauncher-Wettbewerb sollen kommerzielle Anbieter von Startdienstleistungen bei der Entwicklung ihrer Träger unterstützt werden, indem Raketenstarts für institutionelle Nutzlasten eingekauft werden. Dabei wurden deutsche Start-ups mit insgesamt 25 Millionen Euro in drei Runden gefördert. HyImpulse Technologies, Isar Aerospace Technologies und die Rocket Factory Augsburg hatten sich im Juli 2020 mit ihren Vorschlägen für die Hauptrunde qualifiziert und 500.000 Euro für die weitere Ausarbeitung ihrer Konzepte sowie ein Unterstützungs-Schreiben der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR für eine Förderung im C-STS-Programm der ESA erhalten.

In der ersten Hauptrunde des Wettbewerbs im vergangenen Jahr hatte Isar Aerospace gewonnen und elf Millionen Euro Förderung vom Wirtschaftsministerium erhalten. Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR steuert im Auftrag der Bundesregierung unter anderem die deutschen Beiträge für die ESA und hat den Mikrolauncher-Wettbewerb initiiert.

Die kostenfreie Mitnahme institutioneller Nutzlasten auf den beiden ersten Demonstrationsflügen war Voraussetzung zur Teilnahme am Wettbewerb. Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR will noch in diesem Jahr einen Nutzlastwettbewerb für den Transport auf RFA One starten und die geeigneten Nutzlasten auswählen.

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