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Erdbeobachtungssatellit Sentinel-1B

Zweites Radar-Auge im All

Zusammen mit Sentinel-1A wird der am Montag gestartete Umweltsatellit Landmassen und Ozeane überwachen. Mit Sentinel-1B werden die Radarkapazitäten des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus ausgebaut.

An Bord einer Sojus-Trägerrakete ist der Umweltsatellit Sentinel-1B am Montagabend vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou (Französisch-Guayana) aus ins All gestartet und auf seiner Umlaufbahn in 693 Kilometern Höhe ausgesetzt worden. Zuvor war der Start drei Mal verschoben worden, zunächst wegen schlechten Wetters und dann wegen einer technischen Anomalie an der Sojus.

Zusammen mit seinem baugleichen Zwillingssatelliten Sentinel-1A, der bereits im April 2014 ins All gestartet war, wird Sentinel-1B die Land- und Meeresökosysteme auf der Erde überwachen. Beide Satelliten sind mit hochentwickelten Radaren ausgestattet, die Tag und Nacht bei allen Wetterlagen Aufnahmen von der Erdoberfläche machen können.  Die Sentinel-1-Satelliten können so etwa das Abschmelzen von Gletschereis, den Wandel der Landnutzung oder den Zustand der Regenwälder über einen langen Zeitraum dokumentieren. Mindestens sieben Jahre lang wird jeder der beiden Satelliten Daten sammeln.

"Der Start von Sentinel-1B ist insofern ein wichtiger Meilenstein, als hiermit die erste Copernicus-Konstellation vervollständigt wird", sagte ESA-Generaldirektor Jan Wörner. "Die beiden Satelliten, die unsere Erde um 180° versetzt umkreisen, werden die Erfassung von Daten und deren Bereitstellung für Dienste deutlich verbessern und markieren somit einen Wendepunkt in unserem bisherigen Umweltmanagement".

Sentinel-1B ist der vierte Satellit, der innerhalb von nur zwei Jahren für Copernicus gestartet wurde. Copernicus ist ein Gemeinschaftsvorhaben der Europäischen Kommission und der europäischen Weltraumorganisation ESA. Im Rahmen von Copernicus sollen insgesamt fünf Serien von Sentinel-Missionen betrieben werden. Bislang sind neben den Sentinel-1-Satelliten auch Sentinel-2A und Sentinel-3A im Orbit. 

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