Erstmals seit 2018 bringt eine europäische Trägerrakete wieder Galileo-Satelliten in den Weltraum: Eine Ariane 62 (mit zwei Feststoffboostern) mit den beiden Satelliten SAT 33 und SAT 34 ist am 17. Dezember um 6.01 Uhr MEZ (2.01 Uhr Ortszeit) vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana gestartet. Die Satelliten wurden 3 Stunden und 55 Minuten nach dem Start in einer mittelhohen Erdumlaufbahn in einer Höhe von 22.922 Kilometern ausgesetzt. Um 10.51 Uhr MEZ empfingen Bodenstationen das Signal der Satelliten und bestätigten, dass sie in gutem Zustand und ihre Solarpaneele ausgefahren seien, teilte die europäische Raumfahrtagentur ESA mit.
Die beiden vorherigen Starts für die Galileo-Konstellation erfolgten im April und September 2024 mit Falcon 9 von SpaceX. Europa musste damals wegen Problemen mit eigenen Trägerraketen – die Vega-C musste nach einem Absturz umdesignt werden und die Ariane 6 war nicht rechtzeitig zur Ablösung ihrer Vorgängerin fertig – auf die Dienste des Unternehmens von Elon Musk zurückgreifen. Ende 2021 waren noch Galileo-Satelliten mit der Sojus ST-B von Kourou aus gestartet. Diese Option gibt es aufgrund der Sanktionen gegen Russland seit dem Angriff auf die Ukraine nicht mehr.
Für die Ariane 6, die ihren Erstflug im Juli 2024 absolvierte, war die Mission VA266 der fünfte Start. "Als erster Ariane-6-Start für das Galileo-Programm hebt dies die Zuverlässigkeit und Präzision der europäischen Schwerlast-Trägerrakete hervor, die Galileo SAT 33 und SAT 34 reibungslos im Orbit platzierte. Durch diesen Erfolg werden die Leistung und die Resilienz des europäischen Navigationssystems weiter gestärkt, was Milliarden von Nutzern weltweit konkrete Vorteile bringt", so David Cavaillolès, CEO des europäischen Startdienstleisters Arianespace.
Bald 29 aktive Galileo-Satelliten
Die beiden neuen Galileo-Satelliten durchlaufen nach Angaben der ESA derzeit erste Betriebs- und Orbit-Tests, sie müssen zudem noch mit ihren eigenen Triebwerken ihre Bahn auf 23.222 Kilometer anheben. In etwa drei Monaten werden sie betriebsbereit sein. Dann verfügt das europäische Satellitennavigationssystem über 29 aktive Satelliten. "Galileo ist das weltweit genaueste globale Navigationssatellitensystem – und heute haben wir seine Zuverlässigkeit und Robustheit noch weiter erhöht", sagte der ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher.
Nun warten noch vier Satelliten der ersten Galileo-Generation beim Hersteller OHB in Bremen auf ihren Start. Sie sollen 2026 und 2027 ebenfalls mit Ariane 62 abheben. Es werden aber bereits die Satelliten der zweiten Generation entwickelt, jeweils sechs Stück von Airbus und von Thales Alenia Space. Sie sollen in ein paar Jahren auch mit Ariane 62 in den Weltraum fliegen.





