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Europäisches Satellitennavigationssystem

Letzter Galileo-Start mit Ariane 5

Mit dem erfolgreichen Start von "Tara", "Samuel", "Anna" und "Ellen" am Mittwoch wächst die Galileo-Konstellation auf 26 Satelliten.

Die Ariane 5 ES mit den vier Galileo-Satelliten hob in Kourou um 13.25 Uhr MESZ (8.25 Uhr Ortszeit) ab. Mit den vier Satelliten sei die Konstellation nahezu vollständig und könne eine fast globale Abdeckung mit Galileo-Signalen gewährleisten, so das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Lediglich in schwer zugänglichen Gebieten wie Häuserschluchten oder Bergregionen könne die Verfügbarkeit der Signale nach wie vor nicht hundertprozentig garantiert werden.

Das erste Paar der je 715 Kilogramm schweren Satelliten wurde drei Stunden und 36 Minuten nach dem Start, das zweite Paar weitere 20 Minuten später in ihren Umlaufbahnen in 22.922 Kilometern Höhe ausgesetzt. Die ersten Tage im All werden "Tara", "Samuel", "Anna" und "Ellen" - benannt sind die Satelliten nach Kindern, die den Galileo-Malwettbewerb der EU-Kommission gewonnen haben - vom französischen Kontrollzentrum in Toulouse gesteuert. Dann übernimmt das Galileo-Kontrollzentrum beim DLR in Oberpfaffenhofen, das die komplette Satellitenflotte des Galileo-Programms kontrolliert und steuert.

Sobald die vier jüngsten Satelliten im Regelbetrieb sind, vermutlich Anfang 2019, können Nutzer ausschließlich mit Galileo-Signalen navigieren. Bislang ging das nur in Kombination mit anderen Satellitennavigationssystemen wie GPS (USA), Glonass (Russland) oder Beidou (China). Bis 2020 sollen alle Galileo-Dienste weltweit verfügbar sein. Final soll die Konstellation aus mindestens 30 Satelliten im Orbit bestehen. "Um eine genaue Positionierung zu erhalten, benötigt man die Daten von mindestens vier Satelliten", so René Kleeßen, Galileo-Programm-Manager im Raumfahrtmanagement des DLR in Bonn.

Nächste Galileo-Satelliten bringt Ariane 6 ins All

Von den bisher 26 Satelliten hat das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB 22 Exemplare gebaut. Die ersten vier Galileo-Satelliten, die sogenannten IOV-Satelliten (In-Orbit Validation), stammen vom Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus. Im Sommer 2017 hat OHB für insgesamt 12 weitere Satelliten den Zuschlag erhalten.

Die ersten Dienste von Galileo - der offene Dienst, der Such- und Rettungsdienst, der verschlüsselte Dienst PRS (Public Regulated Service, ausschließlich für hoheitliche Nutzer wie Polizei, Feuerwehr oder Katastrophenschutz) und ein hochgenauer Zeitdienst - wurden am 15. Dezember 2016 initialisiert. Die offenen Dienste können von jedem genutzt werden, der über ein Smartphone oder Navigationsgerät der neuesten Generation verfügt. Mit den zusätzlichen Satelliten wird der Service stetig ausgebaut.

Am Mittwoch wird zum letzten Mal eine Ariane 5 Galileo-Satelliten ins All bringen. Der nächste Start soll frühestens Ende 2020 erfolgen, mit weiteren Satelliten der ersten Galileo-Generation aus dem so genannten Batch 3. Damit wird die Konstellation auf über 30 Satelliten vervollständigt. Als Trägerrakete soll dann die neue europäische Ariane 6 zum Einsatz kommen.

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