Am 18. Juli startete eine neu entwickelte Trägerrakete des indischen Unternehmens Skyroot Aerospace vom Weltraumbahnhof Satish Dhawan und erreichte bereits beim allerersten Flugversuch den Orbit.
Unabhängig vom Herkunftsland scheitern ansonsten zwischen 30 und 50 Prozent aller neuer Raketenfamilien beim Erstflug. Der Start verzögerte sich um 35 Minuten, nachdem kurz vor dem geplanten Abheben ein technisches Problem entdeckt worden war.
Die Small-Lift-Rakete mit dem Namen Vikram-I besteht aus drei Feststoffstufen. Eine vierte, flüssigkeitsbetriebene Stufe übernahm anschließend die finale Bahneinschussphase und brachte die Nutzlast 15 Minuten nach dem Abheben in eine Umlaufbahn auf etwa 450 Kilometern Höhe.
Mitgeführt wurden zwei Kleinsatelliten unterschiedlicher Hersteller sowie diverse kommerzielle Zusatzfrachten. Für die kommenden Monate plant Skyroot weitere Testflüge, bevor reguläre kommerzielle Missionen aufgenommen werden sollen. Zuvor hatte das Unternehmen frisches Kapital eingesammelt, um die Produktion auszuweiten und an einer größeren Nachfolgerin, Vikram-II, zu arbeiten.
Immer mehr privatwirtschaftliche Akteure außerhalb der etablierten Raumfahrtnationen entwickeln eigene Trägersysteme, um am wachsenden Geschäft mit kleinen und mittleren Satelliten teilzuhaben.
Die Rakete selbst ist rund 20 Meter hoch und für eine Nutzlast von bis zu 350 Kilogramm in den niedrigen Erdorbit ausgelegt. Eine erweiterte Variante mit zusätzlichen seitlichen Feststoffboostern soll künftig bis zu 550 Kilogramm befördern können.
Vorausgegangen waren dem Erstflug mehrjährige Bodentests. Bereits im November 2022 hatte das Unternehmen mit einer suborbitalen Testrakete demonstriert, dass ein privater Anbieter in Indien Zugang zu staatlicher Startinfrastruktur erhalten kann.
Indiens staatliches Weltraumprogramm zählt trotz des vergleichsweise niedrigen Budgets und der geringen Heavy-Lift-Kapazitäten zu einem der erfolgreichsten weltweit.





