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"Kleidung" für Satelliten

"Kleidung" für Satelliten

Im Weltraum ist es kalt - und heiß. Satelliten, die aus 36.000 Kilometern Höhe Fernsehprogramme abstrahlen, sind auf der Sonnenseite Temperaturen von plus 120 Grad ausgesetzt, während auf der anderen Seite die Kälte des Alls mit minus 170 Grad an ihnen nagt.

Ausgeglichen wird diese Differenz durch eine maßgefertigte weltraumtaugliche „Daunenjacke“, den Thermalschutz, im Fachjargon auch MLI (Multi-Layer-Insulation) genannt. Allein etwa eintausend kommerzielle Satelliten im Wert von mehr als 300 Mrd. € sorgen weltweit für Telefon-, TV- und Datenübertragungen. Dazu kommt noch eine Vielzahl wissenschaftlicher Raumflugkörper. Für ihre angemessene "Bekleidung" und damit Funktionsfähigkeit sorgt in Europa neuerdings auch die kleine Münchner Raumfahrtschmiede HPS mit deutlich niedrigeren Kosten bei zertifizierter gleicher Qualität als bisherige Anbieter.

In den vergangenen Wochen wurden die letzten Maßanfertigungen des Thermalschutzes für das drei Meter hohe Weltraumteleskop "eROSITA" des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München angelegt: Insgesamt rund 80 unterschiedliche Stücke mussten für die hochgenaue Struktur entwickelt werden. Das Teleskop wird ab 2014 an Bord des Spektrum-Röntgen-Gamma-Satelliten erstmals den gesamten Himmel auf der Jagd nach Dunkler Materie kartographieren.

Im Oktober begannen die derzeit 30 HPS-Mitarbeiter mit der Arbeit an zirka 120 Teilen für den Lander der kommenden ESA-Mission zum Mars, und für rund ein halbes Dutzend weitere Satelliten-Thermoanzüge erwarten sie den Zuschlag. Daneben sieht das Unternehmen weiteres Potenzial in unzähligen kleineren Aufträgen für Satelliten-Unterlieferanten.

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