In der Nähe von Jekaterinburg ist die legendäre Raumfähre Buran im Museumskomplex Werchnjaja Pyschma eingezogen. Mit der Eröffnung des neuen Buran-Ausstellungszentrums kann eines der letzten Glanzstücke der sowjetischen Raumfahrt nun auch im Museum betrachtet werden.
Der wiederverwendbare Orbitalraumgleiter Buran (Produkt 2.01) ist seit dem 20. Januar für die Öffentlichkeit zugänglich. Produkt 2.01 ist das einzige in Russland erhaltene Originalraumschiff des Programms "Energija-Buran". Laut Museum war die Raumfähre zu etwa 50 Prozent fertiggestellt, als das Programm beendet wurde.
Ein sowjetischer Rallye-Lastwagen zieht die Buran an ihren Platz
"Unsere Aufgabe ist es, die Geschichte zu bewahren. Uns ist es wichtig, nicht nur die Errungenschaften sowjetischer Ingenieure und die Geschichte des Weltraumprogramms Energija-Buran zu zeigen, sondern auch, welchen Weg die Buran gegangen ist, bis sie nach Werchnjaja Pyschma kam," erklärte Museumsdirektor Nikolay Rezinskich zur Eröffnung der Ausstellung.
Der Weg nach Werchnjaja Pyschma war für den Raumgleiter tatsächlich lang. Im Sommer 2024 kam er im Museum bei Jekaterinburg an. Vorher war die Buran über 30 Jahre an unterschiedlichen Orten in Westrussland und im Oblast Moskau gelagert.
Der Transport nach Werchnjaja Pyschma war ein logistisches Großprojekt. Die 56 Tonnen schwere Buran 2.01 legte über 2.000 Kilometer zurück. Dabei half sogar ein anderes Museumsstück: Ein KAMAZ-Lastwagen brachte die Buran ins Museum.

Zukünftig soll es möglich sein, die Buran auch von innen zu betrachten. Noch ist sie allerdings nur von außen zugänglich.
Ein Jahr vor der Ausstellung begannen dann die Restaurationsarbeiten an der Fähre. Die Arbeitsteams mussten sowjetische Baupläne zusammensuchen und sprachen mit Fachleuten, die am Energija-Buran-Programm beteiligt waren, berichtet das Museum. Auch Fabriken und Hersteller, die früher an dem Projekt mitgewirkt hatten, wurden erneut eingebunden.
In der neuen Ausstellung ermöglicht eine Aussichtsplattform, die Buran aus verschiedenen Winkeln zu betrachten. In Zukunft sollen Besucher wohl auch in das Innere des Raumschiffs gelangen können.
Im All war die Buran 2.01 nie
Die Buran, die man jetzt in der Uralregion betrachten kann, war für einen bemannten Raumflug eingeplant. 1994 sollte sie ihren ersten 24-stündigen Flug mit Kosmonauten an Bord absolvieren. Allerdings hob sie nie ab. Das Energija-Buran-Programm wurde 1993 wegen Finanzierungsmangels eingefroren. Die Buran 2.01 blieb unfertig und erdgebunden. Das Programm wurde schließlich beerdigt.

Fertiggestellt wurde die Buran 2.01 nicht. Das Museum schätzt, dass sie zum Programmende 1993 etwa zu 50% fertig war.
Die Buran 2.01 ist die dritte Raumfähre des Programms und die einzige, die vollständig im Großraum Moskau hergestellt werden sollte. Der erste Gleiter (Produkt 1.01) absolvierte am 15. November 1988 seinen einzigen Flug völlig ohne Besatzung – zwei Erdumläufe in 205 Minuten mit automatischer Landung.
2002 wurde das Raumschiff zerstört, als das Lagerhallendach über der Maschine zusammenstürzte. Der zweite Gleiter (Produkt 1.02) flog nie und lagert bis heute auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan.
Eine Buran kann man auch in Deutschland sehen, im Technikmuseum in Speyer. Allerdings handelt es sich nur um einen Prototypen mit der Bezichnung OK-GLI. Ingesamt absolvierte OK-GLI 25 Athmosphärenflüge, bevor die Maschine Ende der 80er Jahre in Baikonur eingelagert wurde.





