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Europäisches Low-Cost-Raketentriebwerk im Test

    Prometheus
    Europäisches Low-Cost-Raketentriebwerk im Test

    Kürzlich wurde das wiederverwendbare Prometheus-Triebwerk im französischen Vernon erstmals gezündet. Es ist der Auftakt für längere Heißlauftests, die auch in Deutschland stattfinden werden.

    Europäisches Low-Cost-Raketentriebwerk im Test
    Foto: ArianeGroup

    Beim ersten Test des neuen, wiederverwendbaren und günstigen Raketentriebwerks im November handelte es sich nach Angaben der europäischen Raumfahrtagentur ESA um eine initiale Zündung der Schubkammer. Das Ganze fand in Vernon bei ArianeGroup statt.

    In den kommenden Monaten soll das neue Triebwerk auch in Lampoldshausen beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) getestet werden. Dort wurde eigens dafür der ESA-Prüfstand P5, auf dem bereits die Ariane-5- und -6-Triebwerke auf Herz und Nieren geprüft wurden, umgebaut. Die Heißlauftests sind wichtige Vorläufer für erste "Hüpfer" von Themis, ein Demonstrator einer wiederverwendbaren, senkrecht landenden Raketenstufe, ähnlich wie die Falcon-9-Hauptstufe von SpaceX. Mehrere Flüge in niedriger Höhe sowie vertikale Landungen von Themis sollen bis Sommer 2024 in Kiruna, Schweden erfolgen.

    Unsere Highlights

    Prometheus für Ariane 6 und ihre Nachfolgerin

    Prometheus ist ein seit 2015 in der Entwicklung befindliches europäisches Raketentriebwerk, das pro Exemplar eine Million Euro kosten soll, nur ein Zehntel des Vulcain 2 der Ariane 5. Zudem ist es etwas stärker als der Hauptstufenantrieb der Ariane 5. Dafür setzt der Hersteller ArianeGroup auf eine hohen Anteil an additiver Fertigung. So soll die Zahl der Teile reduziert und die Produktion beschleunigt werden.

    Das Triebwerk in der Klasse von 981 kN nutzt, anders als das Vulcain 2, Flüssigmethan und flüssigen Sauerstoff als Treibstoff. Methan vereinfache die Handhabung und reduziere die Kosten der Bodenoperationen vor und nach einem Flug, so die ESA. Es werde aber auch eine Version entwickelt, die flüssigen Wasserstoff und flüssigen Sauerstoff nutzt.

    Prometheus soll künftige europäische Tragerraketen antreiben, darunter möglicherweise spätere Versionen der Ariane 6 sowie die von der ArianeGroup-Tochter Maia Space geplante Minirakete Maia. Das Triebwerk kann in der Haupt- und Oberstufe sowie für die Booster eingesetzt werden. Es soll mindestens fünf Mal verwendet werden können.

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    Erscheinungsdatum 05.02.2023

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