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Schiffsnavigation

DLR und AWI testen satellitengestützte Verfahren

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) arbeitet an einem satellitengestützten Verfahren, das die Navigation von Schiffen in eisbedeckten Gewässern erheblich erleichtert. Die dafür notwendigen hochauflösenden Bilder liefern die Erdbeobachtungssatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X.

Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven sind derzeit mit dem Forschungsschiff „Polarstern" in der Antarktis unterwegs, um die Anwendbarkeit des Verfahrens zu testen. Der starke Rückgang des arktischen Meereises im Sommer eröffnet für die Schifffahrt neue Seewege, die jedoch auch hohe Risiken bergen. Wegen fehlender mariner Infrastruktur würden sich im Notfall die Suche und Rettung Verunglückter sehr schwierig gestalten. Darüber hinaus gibt es derzeit nur unzureichende Echtzeitinformationen, die von Schiffen für die Navigation durch die Polarmeere genutzt werden können.

Für mehr Sicherheit entwickelt das DLR nun satellitengestützte Verfahren auf der Grundlage hochauflösender Bilder, die von den Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X geliefert werden. Diese werden an die Bodenstation Neustrelitz übertragen und dort im Echtzeitdatenzentrum verarbeitet. Die integrierte Lösung beinhaltet einen vollautomatisierten Auslieferungsprozess, der die Produkte direkt nach der Prozessierung an das Schiff sendet. Dabei werden gleichzeitig auch Eisberge klassifiziert und als potentielle Gefahr markiert. Tests dazu führen DLR und AWI derzeit mit dem Forschungsschiff „Polarstern" durch, das sich gerade im Weddell-Meer vor Antarktika aufhält.

Hintergrund der Expedition ist die Untersuchung der Beziehung zwischen der winterlichen Meereisbedeckung und der Populationsdynamik von antarktischem Krill, einer Krebstierart. Die Satellitenaufnahmen helfen den Wissenschaftlern sowohl die beste Fahrtroute durch das Eis zu finden, als auch geeignete Schollen zu identifizieren, auf denen dann mehrtägige wissenschaftliche Experimente durchgeführt werden können. Die Kombination von Eisinformationen, gewonnen von Helikopter-Messgeräten und Satelliten, sollen später der Maritimen Forschungsstelle des DLR in Bremen und dem Institut für Mikrowellen- und Radarsysteme in Oberpfaffenhofen als Grundlage für Verbesserungen des Verfahrens dienen.

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