Der erste Start einer Ariane 64 (mit vier Boostern) von Kourou am 12. Februar um 13.45 Uhr Ortszeit (17.45 Uhr MEZ) war erfolgreich. Die bisher leistungsstärkste Version der europäischen Schwerlastrakete beförderte bei der Mission VA267 32 Satelliten der Amazon-Leo-Konstellation in einen niedrigen Erdorbit in 465 Kilometern Höhe. Vom Start bis zur Abtrennung aller Satelliten dauerte die Mission eine Stunde und 54 Minuten.
Die Mission umfasste mehrere Premieren: Neben den vier Boostern kam auch erstmals die 20 Meter lange Nutzlastverkleidung zum Einsatz. Zudem war es der erste von 18 Ariane-6-Starts für Amazon Leo (ehemals Project Kuiper) und der erste Start für diese Satellitenkonstellation, der mit einer europäischen Trägerrakete durchgeführt wurde. Es war auch der erste Start einer Ariane-Rakete überhaupt für eine Konstellation und der erste Start der Ariane 6 für einen kommerziellen Kunden.
Die Ariane 6 soll noch besser werden
"Mit dem ersten Flug der Ariane 64 hat Europas Schwerlastrakete ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, auch anspruchsvollste Missionen für große Satellitenkonstellationen durchzuführen", sagte David Cavaillolès, CEO des europäischen Startdienstleisters Arianespace.
"Unsere Teams arbeiten bereits daran, die Wettbewerbsfähigkeit der Trägerrakete durch die Entwicklung von Verbesserungen zu steigern, die ihre Nutzlastkapazität erhöhen werden. Im Jahr 2026 werden wir daher die Produktion beschleunigen und wesentliche Verbesserungen integrieren, damit die Ariane 6 noch besser wird", so Martin Sion, CEO des Raketenherstellers ArianeGroup. Im Lauf dieses Jahres sollen die neuen P160C-Booster an der Ariane 6 erstmals zum Einsatz kommen. Sie sind ein Meter länger und enthalten 14 Tonnen mehr Treibstoff als die bisherigen P120C-Feststoffmotoren, die auch als erste Stufe der Vega-C genutzt werden.
Bis zu acht Ariane-6-Starts dieses Jahr
Die Ariane 6 ist eine dreistufige Trägerrakete und umfasst je nach Version zwei oder vier Feststoffbooster, eine Haupt- und eine Oberstufe. Die Hauptstufe wird von einem Vulcain-2.1-Triebwerk angetrieben, einer verbesserten Version des Vulcain 2 der Ariane 6. In der Oberstufe kommt ein wiederzündbares Vinci-Triebwerk zum Einsatz. Haupt- und Oberstufe nutzen flüssigen Wasserstoff und flüssigen Sauerstoff als Treibstoff.
Die Ariane 64 hat eine Nutzlastkapazität von bis zu 21,6 Tonnen in einen niedrigen Erdorbit und damit doppelt so viel wie die Ariane 62 mit zwei Boostern. Ihre Startmasse beträgt 850 Tonnen. Die vier Booster und das Vulcain 2.1 entwickeln beim Start einen Schub von mehr als 15.400 Kilonewton.
Für dieses Jahr sind sieben bis acht Starts der Ariane 6 geplant. Ab 2027 sollen neun bis zehn Raketen dieses Typs vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana abheben.





