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Vesta: Einschläge lieferten Kohlenstoff

Vesta: Einschläge lieferten Kohlenstoff

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Der Protoplanet Vesta hat eine bewegte Vergangenheit: Aufnahmen der deutschen Framing Camera an Bord der NASA-Raumsonde Dawn, die Vesta bis September 2012 etwa ein Jahr lang begleitet hatte, zeigen zwei gewaltige Krater auf der Südseite des Himmelskörpers.

Die gigantischen Einschläge haben jedoch nicht nur die Form, sondern auch die mineralogische Zusammensetzung des Kleinplaneten dauerhaft verändert. Wissenschaftler unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) konnten nun zeigen, dass die beiden kosmischen Brocken, welche die Südseite der Vesta erschütterten, dunkles, kohlenstoffhaltiges Material mitbrachten. Ähnliche Ereignisse könnten in der Frühzeit des Sonnensystems auch die inneren Planeten wie die Erde mit Kohlenstoff, einem Grundbaustein organischer Verbindungen, versorgt haben.

Umfangreiche Modellrechnungen der MPS-Forscher unterstützen die Theorie der zwei Einschläge und erlauben zudem genaueren Aufschluss über deren Verlauf. So konnten die Wissenschaftler in Computersimulationen bestimmen, welche Aufprallgeschwindigkeiten mit den gefundenen Konzentrationen des dunklen Materials vereinbar sind. Alles spricht für einen vergleichsweise langsamen Zusammenstoß mit Geschwindigkeiten von weniger als zwei Kilometern pro Sekunde. Der Einschlag im Nördlinger Ries im Süden Deutschlands geschah dagegen bei etwa 20 Kilometern pro Sekunde.

Das dunkle Material gruppiert sich in erster Linie um die Ränder der beiden großen Krater auf der Südhalbkugel. Genauere Untersuchungen zeigten, dass dieses Gestein wahrscheinlich mit dem ersten der beiden Einschläge, der vor etwa zwei bis drei Milliarden Jahren das Veneneia-Becken bildete, auf den Protoplaneten kam. Der zweite Einschlag, in dessen Folge das riesige Rheasilvia-Becken entstand, hat einen Teil dieses Material dann später überdeckt.

Die Raumsonde Dawn ist inzwischen auf dem Weg zum Kleinplaneten Ceres, den sie 2015 erreichen soll.

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