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Virgin Galactic
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Virgin Galactic zeigt Kabine

So reist es sich künftig als Weltraumtourist

Geht es nach den Plänen von Richard Bransons Raumfahrtfirma Virgin Galactic, werden schon bald Touristen an Bord des hauseigenen Raumschiffs SapceShipTwo ins Weltall fliegen. Nun hat Virgin Galactic Details zum Kabinen-Layout des Raumgleiters enthüllt.

Völlig losgelöst – und trotzdem komfortabel: Wer künftig als Weltraumtourist ins Virgin Galactic-Raumschiff SpaceShipTwo klettert, zählt zu einem elitären Club. Sechs Passagiere finden an Bord des Raumgleiters Platz, der von dem zugehörigen Trägerflugzeug WhiteKnightTwo auf Höhe gebracht wird und von dort aus mit Raketenantrieb ins All schießt. Im Gegensatz zu dem Standard, den bisherige Raumfahrer bei ihren Reisen genießen durften, erscheint die Kabine des Touristen-Raumgleiters geradezu luxuriös.

Große Fenster, schwereloses Schweben

Verstellbare Rückenlehnen erlauben eine flexible Reaktion auf einwirkende G-Kräfte, während insgesamt 17 runde Fenster ausschweifende Blicke auf die Erde und in die Weiten des Weltalls ermöglichen. Virgin Galactic verspricht eine 360-Grad-Rundumsicht, ein großer Spiegel sorgt unterdessen dafür, dass alle Passagiere während des Fluges sich in der Schwerelosigkeit selbst bestaunen können. Wie bei einem gewöhnlichen Linienflug soll es an Bord von SpaceShipTwo nämlich möglich sein, sich abzuschnallen, sobald die Reiseflughöhe erreicht ist. Mit dem Unterschied, dass sich diese Reiseflughöhe auf etwa 110 Kilometern über dem Meeresspiegel befindet – und damit über der allgemein anerkannten Grenze zum Weltraum. Damit sich beim Schweben durch die Kabine niemand verletzt, möchte Virgin Galactic alle Fensterrahmen polstern.

Virgin Galactic
Sechs Passagiere finden in der Touristen-Auslegung im SpaceShipTwo Platz. Für Forschungseinsätze lassen sich die Sitze teilweise entfernen.

Kameras zeichnen den Flug auf

Ähnlich ausgelegt wie bei modernen Linienjets ist auch das Beleuchtungssystem. Beim Boarding und bei bestimmten Flugsequenzen sollen spezielle Lichtfrequenzen beruhigend auf die Fluggäste einwirken. Im dunklen Weltall angekommen, sollen die Lichter an Bord komplett ausgeschaltet werden und somit einen störungsfreien Blick nach draußen garantieren. Wer das, was er dabei sieht und erlebt, privat auf Video oder mit dem Smartphone verewigen möchte, schaut in die Röhre: Handys und andere persönliche Gegenstände sind an Bord nicht erlaubt. Dafür zeichnen 16 Kameras das Geschehen an Bord minutiös aus sämtlichen Blickwinkeln auf. Das hieraus produzierte Erinnerungsvideo ist im Flugpreis mit inbegriffen.

Virgin Galactic
SpaceShipTwo soll mit Raketenantrieb ins Weltall fliegen. Als Reiseflughöhe gibt Virgin Galactic 110 bis 140 Kilometer an - je nach Zuladung.

Einmal ins All – für 250.000 Dollar

Achso, ja – der Flugpreis... Der soll laut Virgin Galactic bei etwa 250.000 US-Dollar liegen. Nach gegenwärtigem Kurs wären das rund 213.000 Euro. Das nötige Kleingeld sollte man also parat haben, wenn man sich selbst "in der Schwerelosigkeit und beleuchtet vom schönen Schein der Erde betrachten" möchte, wie Virgin Galctic es blumig ausdrückt. Allerdings haben Interessierte noch ein wenig Zeit zum Sparen. Denn einen genauen Starttermin für die Touristenflüge gibt es noch nicht – und die Warteliste ist lang: Eigenen Angaben zufolge hat Virgin Galactic bereits 400 Tickets verkauft, weitere 600 Personen haben ihr Interesse angemeldet. Bei sechs Passagieren pro Flug sind mindestens die ersten 67 Reisen also ohnehin schon ausgebucht.