Russlands Kampfhubschrauber Mi-28 fliegt jetzt im Iran: Lieferung bestätigt

Bildbeweise aus Teheran
Russischer Kampfhubschrauber Mi-28 fliegt jetzt im Iran

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.02.2026
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Ein pixeliges Handyvideo, aufgenommen offenbar am Rande des Flughafens Teheran-Mehrabad, gilt vielen Beobachtern als letzter Beweis dafür, dass die iranischen Streitkräfte ihre erste(n) Mil Mi-28 aus Russland in Empfang genommen haben. Wirklich viele Details lassen sich auf den Filmaufnahmen nicht erkennen – jedoch untermauern sie die kürzlich aufgetauchten Hangarfotos, die nach Einschätzung mehrerer Analysten in der Tat eine erste iranische Mi-28 in einer Teheraner Werft zeigen.

Die Bilder der im Pixel-Wüstentarn lackierten "Havoc", so der NATO-Codename für die Mi-28, sind – dafür gibt es mehrere Belege – aller Wahrscheinlichkeit nach in einem Hangar der iranischen Pars Aviation Services Company (PASC) entstanden. PASC hat seinen Hauptsitz am Flughafen Mehrabad und besitzt enge Verflechtungen mit den Iranischen Revolutionsgarden.

Der iranische Journalist Mohammad Taheri hatte auf X bereits am 3. Januar mit einem auf Persisch verfassten Beitrag die Gerüchteküche angeheizt. Das Foto einer sandfarbenen Mi-28 kommentierte er mit den Worten: "So Gott will, wirst du im Militär gute Dienste leisten."

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Was wissen wir über die Mi-28 für den Iran?

Bei dem ohne Rotorblätter und mit demontierten Stummelflügeln fotografierten Hubschrauber im PASC-Hangar handelt es sich mutmaßlich um eine Mi-28NE, die aktuell gängige Exportausführung der "Havoc", basierend auf der Mi-28N für die russischen Streitkräfte. Im eingangs erwähnten Video fliegt die persische Mi-28 mit montiertem Mastradar (mutmaßlich FH-01-Arbalet-MM). Weitere Ausstattungsmerkmale und verlässliche Angaben zu Sensorik, und Bewaffnung sind aus dem vorliegenden Bild- und Videomaterial nicht zu entnehmen.

Auch ist unklar, wie viele Mi-28NE der Iran bereits erhalten hat. Die niederländische Website Scramble geht von drei bis sechs Exemplaren aus – wobei es zur in Auftrag gegebenen Gesamtmenge ebenfalls keine konkreten Informationen gibt.

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Wie gelangten die Mi-28 nach Teheran?

Offen bleibt außerdem die Frage, wie die Mi-28NE von Russland in den Iran kamen. Ein Zusammenhang mit den beobachteten Flugbewegungen zwischen den Jahren, als mehrere Il-76-Transportflugzeuge zwischen Russland und Teheran pendelten, liegt allerdings nahe. Mancher Beobachter spekulierte schon im Januar, dass die zivil registrierten Iljuschins der Fluggesellschaften Aviacon Zitotrans und Rubystar (aus Belarus) wahrscheinlich schweres Militärgerät für die iranische Armee ins Land flogen.

Die Bedeutung der Mi-28 für den Iran

Für die iranischen Heeresflieger (oder die mächtigen Revolutionsgarden als ebenfalls möglicher Betreiber) bedeutet die Mi-28 "Havoc" technisch einen großen Sprung – wenngleich ein signifikanter militärischer Effekt stark davon abhängt, wie viele Mi-28 die Russen tatsächlich liefern.

Einziger vollwertiger Kampfhubschrauber der Iraner ist bislang die Bell AH-1J Cobra, deren Bestände noch zur Regierungszeit des Schahs von Persien ins Land gelangten. Die ohnehin veraltete Cobra-Flotte musste bei Israels Angriffen auf iranische Militärstützpunkte im Juni 2025 massiv Federn lassen.

Russischer Kampfhubschrauber Mi-28 in Aktion.
Stringer/Anadolu Agency via Getty Images

Mil Mi-28 "Havoc"

Die Mi-28 hat ihre Wurzeln zwar ebenfalls noch in der Sowjetunion und fliegt bereits seit 1982. Doch der als Nachfolger für die legendäre Mi-24 konzipierte, zweisitzige Kampfhubschrauber wurde in der jüngeren Vergangenheit stetig weiterentwickelt. Aktuellste Version ist die Mi-28NM mit stärkeren Triebwerken und optimierten Rotorblättern für mehr Höchstgeschwindigkeit sowie erweiterter Bewaffnung im Vergleich zur gängigen, nachtflug- und allwettertauglichen Standardvariante Mi-28N.

Die Exportversion Mi-28NE erfuhr 2018 ebenfalls ein Upgrade hinsichtlich Bewaffnung und Selbstschutz (DIRCM).