Schutz für US‑Raketensilos – Boeing erhält ersten Großserienauftrag für MH-139A

Produktion von Grey-Wolf-Hubschraubern
Boeing erhält ersten Großserienauftrag für MH-139A

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.10.2026
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Vor kurzem hat der für die Unterstützung der nuklearen Raketensilos der US Air Force entwickelte Hubschrauber MH-139A Grey Wolf seine anfängliche Einsatzbereitschaft erlangt. Bei den bis dato verwendeten Helikoptern handelte es sich jedoch um Vorserienexemplare beziehungsweise Vertreter aus der so genannten Low-Rate Initial Production (LRIP). Am 5. August 2024 hatte Boeing die erste von 13 Maschinen aus der anfänglichen Serienproduktion auf der Malmstrom Air Force Base in Montana an die USAF übergeben. Sie folgte den bereits ausgelieferten sechs Vorserienexemplaren.

Nun hat Boeing den ersten Auftrag zum Start der vollen Serienproduktion erhalten. Der Vertrag umfasst den Bau von zunächst vier Hubschraubern. "Dieser Meilenstein bestätigt wichtige Bereitschaftsstufen für die Grey Wolf und unterstützt die Einsatzpläne der Streitkräfte zur Sicherung lebenswichtiger nationaler Anlagen auf den strategischen Raketenstützpunkten des Landes", sagte Kathleen Jolivette, Vizepräsidentin und Geschäftsführerin des Bereichs Vertical Lift Programs bei Boeing Defense, Space & Security. "Die Aufnahme dieser Flugzeuge in die Produktionsschlange verleiht den laufenden Einsatz- und Modernisierungsbemühungen zusätzlichen Schwung."

Weniger MH-139 als geplant

Die MH-139A entstand auf Basis der AW139 von Leonardo. Sie ersetzt die Bell UH-1N, die bei der USAF zur Sicherung der interkontinentalen Raketensilos sowie zu entsprechenden Transportflügen dient. Im Jahr 2024 hatte das Pentagon die geplante Beschaffung von bis zu 84 Einheiten auf 42 Hubschrauber halbiert. Im Rahmen der Kürzung reduzieren sich die vorgesehenen Geldmittel für die Grey Wolf von 2,55 auf 1,42 Milliarden Dollar. Damit stieg der Stückpreis um rund 14 Prozent auf 39,37 Millionen Dollar.

Deutliche Verspätung

Ursprünglich war das Erreichen der vorläufigen Einsatzbereitschaft schon für 2021 geplant, aber Probleme bei der Zulassung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA sorgten für eine deutliche Verzögerung. Außerdem hatte die USAF nachträglich neben dem Einbau einer Klimaanlage (Environmental Conditioning System, ECS) die Installation eines zusätzlichen Funksystems zur Kommunikation mit den Sicherungsteams der Raketensilos gefordert.