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US Air Force

Übung in Arizona

US Air Force trainierte mit Mi-24

Die Sikorsky Pave Hawk-Helikopter der 55th Rescue Squadron der US Air Force bekamen es bei ihrer jüngsten Übung mit einem besonderen Gegner zu tun: In der Wüste von Arizona trafen sie auf zwei russische Mi-24D. Sie sollen einem privaten Unternehmen gehören.

Such- und Rettungsaktionen in Kriegsregionen, MedEvac-Einsätze und Katastrophenhilfe: Die Aufgaben der 55th Rescue Squadron (RQS) der US Air Force, die auf der Davis Monthan Air Force Base in Tucson/Arizona ihre Heimat hat, sind breit gefächert. Seit 2003 fliegt das Geschwader die Sikorsky HH-60G Pave Hawk und stellt bei Bedarf weltweit seine Fähigkeiten zur Verfügung. Um sich für die heiklen Einsatzszenarien bestmöglich zu rüsten, hält die 55th Rescue Squadron regelmäßig Phase Trainings ab – und verfolgt dabei den selbstauferlegten Anspruch, dass bei diesen Großübungen alles so realitätsnah wie möglich ablaufen soll.

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Auf Tuchfühlung mit dem "Feind": Sikorsky HH-60G Pave Hawk und Mil Mi-24D Seit' an Seit' im Hangar der 55th Rescue Squadron der US Air Force in Davis-Monthan.

Training „entscheidend verbessert“

Die vierte und jüngste Auflage dieses Phase Trainings fand bereits vom 19. bis 21. November 2019 statt. Doch erst jetzt gab die Air Force bekannt, welche besonderen „Gäste“ sich die RQS-Piloten zu diesem Zweck nach Arizona eingeladen hatten: Zwei waschechte Mil Mi-24D stellten sich den Pave Hawks aus Davis Monthan als Aggressoren entgegen und forderten die Rettungsflieger heraus. Zum ersten Mal sahen sich die HH-60G damit in einer Übung „echten“ Gegnern gegenüber – zuvor war diese Rolle stets von Helikoptern des eigenen Geschwaders übernommen worden. U.S. Air Force Captain Kurt Wallin, Kommandeur der 55th RQS sprach in einer offiziellen Mitteilung denn auch von einem „großen Schritt“, den sein Geschwader damit vollzogen habe, und der entscheidend beitrage, die Trainingsaktivitäten zu verbessern. „Dadurch, dass wir erstmals außerhalb des Szenarions HH-60G gegen HH-60G trainiert haben, können wir unsere eigenen Taktiken und Verfahren besser auf die Fähigkeiten potenzieller Gegner abstimmen“, so Wallin weiter.

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Die bei der Übung eingesetzten Mi-24D gehören mutmaßlich der Firma VTS Aviation und waren einst bei der bulgarischen Luftwaffe im Einsatz.

Mi-24 waren vorher Museumsexponate

Woher die beiden Mi-24 kamen, die im November 2019 in Arizona auftauchten, verriet die Air Force in ihrer Mitteilung nicht. Anhand des Tarnanstrichs und der Kennungen der auf den veröffentlichten Fotos gezeigten Exemplare lässt sich jedoch darauf schließen, dass die russischen Kampfhubschrauber dem privaten Unternehmen VTS Aviation aus Tacoma (Washington) gehören. Beide Mi-24D dienten laut einem Bericht des Vertical Magazine früher in der bulgarischen Luftwaffe und gehörten später zum Inventar des Cold War Air Museum in Lancaster (Texas), das 2017 jedoch seine Pforten schloss. VTS Aviation bietet die noch immer in Texas stationierten Mi-24D eigenen Angaben zufolge für militärische Trainingsmissionen an. So sollen die beiden Hubschraber bereits in der Vergangenheit bei Übungen des US-Militärs teilgenommen haben. Unter anderem hatte das Ausbildungskommando der US Marines schon 2018 offiziell Mi-24 als Übungsgegner angefordert. Als Begründung hieß es damals, die Mi-24 stelle „aufgrund ihrer Größe, ihres Flugprofils, ihrer Feuerkraft und ihrer Abwehrfähigkeiten eine einzigartige Bedrohung dar“.

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Beim Briefing wurden die Piloten der 55th Rescue Squadron vor der Übung mit den Spezifika der Mi-24 konfrontiert.