US Army will MV-75 Kipprotor schon 2026 haben: Black-Hawk-Nachfolger soll früher kommen

Fünf Jahre vor Zeitplan
US Army will MV-75 Kipprotor schon 2026 haben

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.01.2026
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Noch in diesem Jahr soll die neue Bell MV-75, die Gewinnerin des FLRAA-Wettbewerbs (Future Long-Range Assault Aircraft) für ein Black-Hawk-Nachfolgemuster, bei der US Army fliegen. "Wir haben ein neues Kipprotorflugzeug, das eigentlich 2031 oder 2032 ausgeliefert werden sollte, aber wir haben gesagt: ‚Nein, wir brauchen es sehr schnell‘", erklärte der Stabschef der Army, General Randy George am Montag, während einer Versammlung in Fort Drum. "Ende dieses Jahres werden diese Flugzeuge in Formationen fliegen," so George wörtlich.

Schneller bei der Truppe, aber doch nicht ganz so schnell

Damit käme das neue Kipprotor-Wandelflugzeug fünf Jahre früher als angedacht. Doch ganz so einfach ist es nicht. Nach der Versammlung stellte ein Pressesprecher der Army klar, dass Ende des Jahres lediglich die Testphase für die MV-75 beginnen solle und der Senkrechtstarter mitnichten schon 2026 einsatzbereit sein wird. Mit anderen Worten: Für 2026 ist die Auslieferung des Prototyps angesetzt, Serienflugzeuge wird es – wie erwartet – erst später geben.

Trotzdem ist damit der Zeithorizont für die Einführung der MV-75 stark verkürzt. Die Army habe bewiesen, dass sie Veränderungen schneller umsetzen könne, betonte Generalstabschef George in diesem Zusammenhang. Es gehe darum, bereits in den kommenden Monaten "besser zu werden" und dabei so schnell wie möglich zu arbeiten. "Ihr wisst alle, was da draußen in der Welt passiert und wie schnell Technik sich ändert", so George zu den Soldaten.

Er betonte, dass Soldaten zu Experten für neue Technologien werden sollten und ihre Rückmeldungen die Beschaffungsentscheidungen der Armee leiten: "Wir wollen Dinge an Einheiten geben und euch sagen lassen, was funktioniert und was nicht."

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MV-75 siegte gegen Sikorsky-Konkurrenz

Mit dem FLRAA-Programm will die US Army ein Fluggerät einführen, das gewöhnliche Helikopter in Reichweite und Schnelligkeit übertrifft. 2022 hatte sich die MV-75 von Bell und Lockheed Martin gegen den Konkurrenzvorschlag von Sikorsky und Boing durchgesetzt.

Der damals unter der Bezeichnung V-280 Valor vorgestellte Kipprotor-Testträger überzeugte vor allem durch überlegene Geschwindigkeit.

Vor einem Monat gab Rolls-Royce bekannt, die MV-75 mit zwei Triebwerken vom Typ AE 1107F ausstatten zu wollen. Diese befinden sich derzeit noch in der Testphase. Die neuen Triebwerke sind mit rund 7000 Wellen-PS deutlich leistungsstärker als die älteren T64 von GE, mit denen die V280 bestückt war.