Vier gebrauchte Black Hawks für 140 Millionen Dollar – USA genehmigen Verkauf an Argentinien

USA genehmigen Verkauf an Argentinien
Vier gebrauchte Black Hawks für 140 Millionen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.09.2026
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Das US-Außenministerium hat den möglichen Verkauf von vier UH‑60L, einer verbesserten Version der zweiten Generation des ursprünglichen Basismodells, an das argentinische Heer freigegeben. Der Kongress wurde am 10. September entsprechend informiert.

Das Auftragsvolumen liegt bei rund 140 Millionen US-Dollar (121 Millionen Euro). Es wäre die erste Beschaffung des Hubschraubertyps durch die argentinischen Landstreitkräfte. Und die brauchen dringend Ersatz.

Rund 50 Bell UH-1H Huey fliegen derzeit beim Heer. Die Maschinen stammen größtenteils noch aus den 70ern und sind dementsprechend veraltet. Ein erster Versuch, drei gebrauchte Black Hawks zu beschaffen, wurde im Dezember 2024 gestartet und im Januar 2025 aus Kostengründen wieder eingestellt.

Im Juni 2026 kündigte der Generalstabschef des Heeres, Oscar Zarich, einen neuen Versuch an. Ein Erstauftrag über vier gebrauchte, noch aktive US-Maschinen, mit der Option auf eine spätere Erweiterung der Flotte folgte.

Damit ist es für die UH-1H allerdings noch nicht vorbei. Denn ein festes Datum zur Ausmusterung gibt es bisher nicht. Und vier UH-60L können die rund 18 dienstfähigen UH-1H wohl auch nicht komplett ersetzen.

Genehmigung nicht nur für Hubschrauber

Neben den vier Black Hawk-Hubschraubern umfasst die Genehmigung zwei Ersatztriebwerke, T700-GE-701D, sowie zusätzliche Ausrüstung. Navigations- und Identifikationssysteme, eine Rettungswinde, Ausrüstung zum schnellen Ab- und Aufseilen von Personal, ein zusätzlicher Treibstofftank sowie Trainingsmaterial und Ersatzteile sind inbegriffen.

Die Genehmigung bedeutet noch keinen unterzeichneten Vertrag. Der endgültige Preis kann je nach finaler Bestellung abweichen und Argentinien auch noch mehr Geld kosten. Pro Helikopter, inklusive Ausrüstung und Ersatzteile, ergibt sich nach der gegenwärtigen Schätzung ein Preis von rund 35 Millionen US-Dollar.

Bei den vorgesehenen Maschinen handelt es sich um die ältere UH-60L-Version, die technisch hinter der aktuellen UH-60M zurückliegt. Sikorsky bietet ein Nachrüstprogramm an, mit dem UH-60L-Zellen ein digitales Cockpit und aktualisierte Avionik erhalten können. Damit könnte Argentinien später die Nutzungsdauer der Maschinen verlängern.

Black Hawk fliegt schon an anderer Stelle

Seit 1994 gehört eine einzelne ausgestattete UH-60 zur Präsidentenflotte, die 2024 der Luftwaffe unterstellt wurde. Die ist allerdings für VIP‑Transporte ausgelegt und kein klassischer Militärhubschrauber.

Zuletzt hatte Argentinien bereits gebrauchte F-16 aus Dänemark sowie Aufklärungsflugzeuge vom Typ P-3 Orion aus Norwegen übernommen.

Neben knappen Budgets war es vor allem das strenge britische Rüstungsembargo, das die Anschaffung moderner Kampfjets über Jahre verhinderte. Zustande kam der F-16-Kauf letztlich vor allem auf Druck der USA.

Ursprünglich hatte Argentinien eigentlich an neuen Maschinen aus chinesisch-pakistanischer Produktion Interesse bekundet. Als Favorit galt dabei die JF-17 Thunder. Mit der Wahl des betont USA-freundlichen Javier Milei zum argentinischen Präsidenten Ende 2023 änderten sich die politischen Präferenzen in Buenos Aires allerdings stark.