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Verbrechensbekämpfung aus der Luft

DLR testet Echtzeitüberwachung

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat am Antares-Motorsegler ein System erprobt, das die Beobachtung von Verdächtigen aus sicherer Entfernung in Echtzeit ermöglicht.

Gemeinsam mit dem Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein Verfahren getestet, mit dem verdächtige Fahrzeuge beobachtet werden können, ohne selbst entdeckt zu werden oder in Gefahr zu geraten. Möglich macht dies die Übertragung der live gemachten Luftbilder über ein Mikrowellen-Datenlink. Die spezielle Kameratechnik samt eigens entwickelter Bildverarbeitungssoftware wurde am Antares-Motorsegler des DLR montiert, der dank seines elektrischen Antriebs viel leiser und damit unauffälliger als Hubschrauber ist.

Im  Rahmen des Projekts CHICAGO (Echtzeitfähige verdeckte Fahrzeugverfolgung zur polizeilichen Observation) verfolgte Antares ein Testflugzeug, das auf einer Autobahn mit Geschwindigkeiten von 70 bis 210 km/h unterwegs war und ungeplante Stopps auf Parkplätzen machte. Laut DLR konnte das Flugzeug auch Fahrtrichtungswechsel über Anschlussstellen auf der Autobahn verfolgen.  

Das System kann gemäß Dr. Josef Kallo, verantwortlicher Teilprojektleiter für Antares am DLR-Institut für Technische Thermodynamik in Stuttgart, auch dem Management von Großveranstaltungen zur Erfassung großer Menschenmengen oder als Relaisstation für die Funkübertragung dienen. Auch eine Nutzung als Beobachtungs- und Kommunikationsplattform in Krisen-  und Katastrophengebieten oder zur Fernerkundung von Pipelines sei möglich. Antares kam bereits bei einem Fußballspiel in der Champions League des FC Bayern München in der Allianz-Arena zum Einsatz. „Für das im Querschnittsbereich Sicherheitsforschung angesiedelte Projekt nutzte das DLR die interdisziplinären Möglichkeiten seiner Forschungsgebiete“, sagt der DLR-Programmkoordinator Sicherheitsforschung Dr. Dennis Göge. „Der überaus leise, auf Brennstoffzellen-Basis fliegende Antares-Motorsegler stammt aus dem Forschungsbereich Energie, die Vorarbeiten zur Registrierung und Messung der Fahrzeuge aus dem Schwerpunkt Verkehr und das automatische Fahrzeugtracking sowie das neue Kamerasystem wurden direkt im Forschungsbereich Sicherheit entwickelt". 

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