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Otto Aviation
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Die Celera 500L hat ihre erste Flugtestphase beendet.

51 Stunden bei 55 Flügen Celera 500L schließt erste Flugtests ab

Die auf extrem geringen Luftwiderstand ausgelegte Spar-Kolbeneinmot Celera 500L von Otto Aviation hat ihre erste Flugtestphase beendet. Das als Konkurrent zu leichten Business Jets konzipierte Flugzeug verspreche, die in Aussicht gestellten Leistungen zu erreichen, so sein Hersteller.

Die Celera 500L habe nach 55 erfolgreichen Testflügen und mit 51 Flugstunden den ersten Flugtestabschnitt abgeschlossen, meldete Otto Aviation aus Yorba Linda am Mittwoch. Die Celera 500L sei das kraftstoffeffizienteste und wirtschaftlichste Geschäftsreiseflugzeug der Welt und verbrauche 80 Prozent weniger Treibstoff als bei den Flugleistungen vergleichbare Muster. Die Testflüge seien mit nachhaltigem Treibstoff erfolgt.

Die Testflüge, durchgeführt nach den dafür üblichen Standardverfahren, hätten die Leistungserwartungen bestätigt. Die letzte Flugtestserie habe zwischen Juli und November statt gefunden. Dabei seien bisher in bis zu 4500 Metern Höhe Geschwindigkeiten über 400 km/h erreicht worden, was auf ein späteres Leistungsvermögen von 740 km/h in 15200 Metern Reiseflughöhe Höhe schließen lasse, so Otto Aviation.

Begleitflugzeug beobachtet den Strömungsverlauf

Während der Testflüge habe ein Begleitflugzeug per Präzisions-Wärmebildkamera den Zustand der großflächigen Laminarströmung an der Celera vermessen und sichtbar gemacht. Außerdem sei getestet worden, wie robust der laminare Strömungsverlauf an Rumpf und Flügel bleibe. Dabei seien auch Testdaten für die Weiterentwicklung zum Serienstandard gewonnen worden.

In Zusammenarbeit mit der technischen Universität Kaliforniens (Cal Poly) seien Reibungswerte an Flügel und Rumpf per Drucksonde vermessen worden. Außerdem habe Otto Aviation mit eigenen Messfühlern die Gesamtwirkung des Laminareffekts dokumentiert. "Die Daten der ersten Flugtesphase zeigen, dass wir auf dem Weg sind, die Leistungswerte mit unserem Flugzeug zu erreichen", sagte William Otto Junior, Vorstandschef von Otto Aviation. "Wir sind begeistert, dass wir diesen Schritt zu unserem Ziel, 2025 Serienflugzeuge zu bauen, erreicht haben. Jetzt beginnt die nächste Phase der Entwicklung, bei der es um Flüge in größerer Höhe und mit höherer Geschwindigkeit gehen wird."

Deutscher Kolbenmotor statt kleiner Turbinen

Otto Aviation war 2008 gegründet worden, um neuartige Geschäftsreiseflugzeuge zu entwickeln. Das Unternehmen setzt auf das neu entwickelte Kolbentriebwerk RED A03 der RED Aircraft GmbH aus Adenau in Deutschland. Der auf hohe Dauerleistung ausgelegte Zwölfzylinder kann Kerosin und Jet A1 verbrennen und treibt einen maßgeschneiderten Druckpropeller im Heck an. Otto Aviation will mit der Celera 500L, bei wesentlich niedrigerem Verbrauch und deutlich niedrigeren Stundenkosten, die Leistungswerte kleiner Business Jets erreichen.

Im Gegensatz zu vielen anderen, ähnlich ambitionierten Projekten hatte das kalifornische Unternehmen zunächst im Stillen seinen fliegenden Prototypen entwickelt und in die Luft gebracht, bevor die Investorensuche zum Aufbau der Serienfertigung begann.