Kommt die A380 bei Lufthansa doch wieder ins Spiel? Patrick Zwerger
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Kommt die A380 bei Lufthansa doch wieder ins Spiel?

777-9-Verspätung Kommt die A380 bei Lufthansa doch wieder ins Spiel?

Boeings neuer Riesen-Twin 777-9 verspätet sich weiter. Vor 2025 wird es nichts mit den ersten Auslieferungen. Das bringt Kundin Lufthansa in die Bredouille. Der Kranich sucht deshalb nach Interimslösungen – und weckt bescheidene Hoffnungen auf ein Comeback der A380.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr beantwortete die Frage, bevor sie jemand stellen konnte. Bei der Vorstellung der Quartalszahlen heute Vormittag in Frankfurt machte er klar, dass sich die Position seiner Airline "nicht geändert" habe, was eine Rückkehr der seit 2020 stillgelegten A380 in den aktiven Dienst angehe. "Sie wird bei Lufthansa nicht wiederkommen", hatte Spohr dazu erst Anfang April bekräftigt. Vor dem Hintergrund der weiteren Verzögerung im 777X-Programm bei Boeing, wegen der Lufthansa nun erst 2025 mit Übergabe der ersten 777-9 rechnen kann, hörte sich das "Nein" zum Comeback des Superjumbos heute aus Spohrs Mund aber doch nicht mehr ganz so kategorisch an.

Lufthansa
Lufthansa besitzt insgesant 14 A380, die seit rund zwei Jahren nicht mehr im Einsatz sind. Sechs gehen demnächst zurück an Airbus.

Nur bei sehr starker Nachfrage

Zumindest scheinen sich der Lufthansa-Chef und sein Management wider Erwarten doch noch ein kleines Türchen für die A380 offenzuhalten. Dafür müssten jedoch die Bedingungen passen, so Spohr weiter: "Um ehrlich zu sein, wenn sich die Nachfrage sehr stark erholt, könnten wir darüber nachdenken, einige von ihnen zurückzubringen." Sollte dieser Fall tatsächlich eintreten, wäre er selbst "der glücklichste Mann der Welt", unterstrich der Kranich-CEO – schob allerdings direkt nach: "Ich würde nicht mit dieser Option rechnen."

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Das Comeback der A340-600 könnte wegen der 777-9-Verspätung von längerer Dauer sein als vorgesehen.

A340-300, A340-600 oder doch A380?

Die Lufthansa hat bei Boeing 20 Exemplare der neuen 777-9 fest bestellt und darüber hinaus 14 Optionen gezeichnet. Die ersten Jets sollten ursprünglich schon 2021 eintreffen, dann 2023 – und jetzt noch einmal deutlich später, wie Boeing erst kürzlich eingestehen musste. Man werde sich für die Geduld, die Lufthansa zwangsläufig aufbringen müsse, entschädigen lassen, versicherte Spohr auf der Bilanzpressekonferenz. Außerdem sei seine Airline in Gesprächen mit Boeing, wie der Hersteller seine Scharte selbst wieder auswetzen könnte – etwa mit gebrauchten Flugzeugen.

Eine andere Möglichkeit sei, sich auf vorhandene Flugzeuge innerhalb des Lufthansa-Konzerns zu konzentrieren. "Wir können uns ansehen, was wir noch haben und was wir nutzen könnten, um die Kapazität in den Jahren 2024 und 2025 zu füllen – vorausgesetzt, wir haben dann keine 777-X", erklärte Spohr. "Wir könnten die A340-300 oder vielleicht die -600 einsetzen." Oder eben, ganz vielleicht, doch die A380.

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