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Boeing und FAA finden weitere Mängel am Dreamliner

787-Produktion Boeing und FAA finden weitere Mängel am Dreamliner

Boeing geht neuen Material- und Montagefehlern im 787-Programm nach. Seit Sommer bekannte Schwachstellen betreffen laut einem Medienbericht nicht nur die Hecksektion des Dreamliners. Die US-Luftfahrtbehörde FAA weitet ihre Untersuchung aus.

Kein einziger Dreamliner hat im November den Weg von Boeing zu einem Abnehmer gefunden. Boeing und FAA unterziehen neue 787 schärferen Qualitätskontrollen. Bei Inspektionen habe Boeing Fehlerpunkte festgestellt, an denen die Montage von Teilen des 787-Rumpfes "nicht den spezifizierten Toleranzen der Oberflächenstärke entspricht", räumte ein Boeing-Sprecher neue Probleme gegenüber dem "Wallstreet Journal" ein. Eine Gefahr für die Flugsicherheit bestehe jedoch nicht, heißt es seitens der FAA.

Patrick Zwerger
Die Boeing 787 ist in drei unterschiedlichen Varianten erhältlich. Ein Großteil der Zelle besteht aus Kohlefaser-Verbundwerkstoffen.

Diverse Produktionsmängel

Im Sommer hatte Boeing acht Kundenflugzeuge zurückgerufen – am Übergang von CFK-Hecksektion zum CFK-Druckschott waren Ausgleichstücke nicht passgenau montiert, zudem entsprach die Oberflächengüte nicht dem Zertifizierungstandard. Durch das Aufeinandertreffen der Fehler war die Strukturfestigkeit nicht mehr in jeder Flugsituation gewährleistet. Zeitgleich meldete das Boeing-Werk Salt Lake City Montagefehler an Hunderten 787-Leitwerken an die Zentrale. Die FAA prüft auch diesen Vorgang.

Nur noch fünf Flugzeuge pro Monat

Boeing hatte die 787-Linie in den letzten Jahren in der Spitze auf bis zu 14 Einheiten pro Monat hochgetaktet. Der Hersteller will die in der Krise ohnehin schwache Nachfrage nutzen und Qualitätsprobleme durch zusätzliche Kontrollen ausmerzen. Bis Mitte 2021 kühlt Boeing die Produktion auf fünf Dreamliner pro Monat runter.