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Ältester flugfähiger Jumbo

GE mustert Boeing 747-100 aus

GE Aviation hat den ältesten flugfähigen Jumbo Jet der Welt stillgelegt. Der 1969 gebaute Vierstrahler gehörte zur hauseigenen Testflotte für die Triebwerkserprobung. Der wandlungsfähige Oldie hat 18800 Flugzyklen auf dem Buckel.

GE Aviation habe die 1969 gebaute Boeing 747-121 still gelegt, teilte GE am "Nationalen Luftfahrttag" der USA, dem 18. August, mit. Der 47 Jahre Oldie diente bei dem Triebwerkshersteller als fliegender Teststand für dessen neue Triebwerke. Zuletzt war ein GE90-Triebwerk versuchsweise an der inneren, linken Flügelposition 2 montiert worden. Auch für Tests der Triebwerke der CRJ700 und CRJ900 vom Bombardier war der Jumbo im Einsatz. 

In der Kabine der 747 waren Computerkonsolen für die Testingenieure installiert worden, die von den Testtriebwerken alle gewünschten Flugdaten abnehmen konnten. Die Abteile der First Class und der Business Class im Bugbereich blieben dagegen weitgehend im Originalzustand von Pan Am erhalten. Zeitweise flog der Test-Jumbo auch mit fünf Triebwerken, wozu innen von Position 2 noch eine Extra-Aufhängung montiert werden konnte.

Gebaut hatte Boeing die 747-121 für Pan American World Airways als 25. Jumbo Jet. 1970 wurde der Vierstrahler bei Pan Am als "Clipper Star of the Union" in Dienst gestellt und war, später auch als "Clipper Ocean Spray", rund 18.000 Mal für die Fluggesellschaft in der Luft. 1991 kaufte GE den Oldie und rüstete ihn zum Testflugzeug um. Für GE Aviation war er 3600 Flugstunden und 775 Flugzyklen in der Luft.

Stationiert war er zuletzt im kalifornischen Victorville, von wo er am 25. Januar 2017 zum letzten Testflug über der Mojave-Wüste abhob. GE will die historische 747 nach jetzigem Stand dort einmotten. Der Triebwerkshersteller hatte schon 2011 eine zweite, modernere Boeing 747-400 gebraucht als künftigen Testträger erworben.

Die 747 gilt bei GE Aviation als idealer Testträger, weil sie auch mit drei Triebwerken problemlos in die Luft kommt, so dass das jeweilige Testtriebwerk nur für die eigentlichen Messungen mitlaufen muss, und weil ihr enormes Leitwerk jegliche Gierkräfte, die durch asymmetrischen Schub entstehen könnten, etwa bei einem "durchgehenden Test-Triebwerk", mühelos ausgleichen kann. Für die Testflüge hatte GE den linken Flügel strukturell verstärken lassen. Elf unterschiedliche GE-Test-Triebwerke wurden montiert.

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