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Airbus-Finanzpläne: Gewappnet für den nächsten Boeing-Angriff

Airbus-Finanzpläne Gewappnet für den nächsten Boeing-Angriff

Inflation, Rezessionsängste – und ein möglicher Boeing-Anlauf für ein neues Flugzeugprogramm: Airbus-Finanzchef Dominik Asam legt für alle Eventualitäten der nächsten Jahre einen Notgroschen an. An einem Ratensprint auf der A321neo-Linie hält der Flugzeugbauer fest.

Airbus hält nach der Krise das Geld zusammen. "Ich würde das eine Versicherung nennen", sagte Airbus-Finanzchef Dominik Asam der "Financial Times". Konkret will Asam die Barreserven des Konzerns von zuletzt 7,6 Milliarden Euro auf 10,0 Milliarden Euro aufstocken. Das Finanzpolster soll die Airbus-Bilanz nicht nur für neue Krisen, die aufziehende Inflation oder eine Rezession wetterfest machen. Der Vorstand will auch "für den Fall vorbereitet sein, dass unser Konkurrent ein neues Programm auf den Markt bringt", sagte Asam. Eine Antwort von Airbus "könnte eine Menge Geld verschlingen".

Patrick Zwerger
Was kommt bei Boeing nach der 737MAX? Airbus spart schon einmal für ein Konter-Programm.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Hunderte Neueinstellungen von Ingenieuren in Seattle befeuern in der Branche Gerüchte, dass Boeing bald die Arbeiten an einem Nachfolger der 737 MAX in Angriff nehmen wird. Asam erwartet zwar vor 2030 "keine Quantensprünge" bei der Triebwerkstechnologie. Hier ist Airbus allerdings gebranntes Kind. Beim Programmstart der A380 hatten Triebwerksbauer Airbus "überrumpelt" und "versichert, dass es zehn Jahre bis zum nächsten Quantensprung mit spürbaren Verbesserungen dauern würde", sagte der damalige Airbus-Verkaufschef John Leahy vor einiger Zeit in einem Interview. Nur drei Jahre später zauberte GE das GEnx für die Boeing 787 aus dem Hut.

Airbus
Der Airbus A321neo ist der aktuelle Kassenschlager - und bis 2027 ausverkauft.

A320neo erklimmt neue Höhen

Airbus konzentriert sich derzeit auf die neuen Modelle A321XLR und A350F – und auf den Hochlauf im A320neo-Programm. Airbus will 2025 pro Monat 75 Flugzeuge in seinem Brot-und-Butter-Programm produzieren – rund 25 mehr als aktuell. Selbst wenn sich die Nachfrage in den nächsten Jahren abkühlen sollte, bleibe "die Rate von 75 (Einheiten) im Zeitfester 2025/26/27 erforderlich, um die Kundennachfrage zu befriedigen", sagte Asam der "Financial Times". "Bei der A321neo sind wir bis 2027 ausverkauft."

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