Airbus kann nicht genug A320neo liefern

Airbus-Bilanz 2025
PW-Triebwerke bremsen Airbus-Produktionshochlauf

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.02.2026
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PW-Triebwerke bremsen Airbus-Produktionshochlauf
Foto: Airbus

Airbus-Konzernchef Guillaume Faury sagte am Donnerstag in Toulouse, Airbus könne die Produktion der A320neo-Familie nun erst Ende 2027 auf die geplante, monatliche Produktionsrate von 75 Flugzeugen bringen. Vorher werde man im Bereich von 70 bis 75 Flugzeugen liegen, also leicht unter der Planung.

Pratt & Whitney zieht Airline-Kunden vor

Grund seien Lieferschwierigkeiten beim Triebwerkshersteller Pratt & Whitney (PW). PW bevorzuge Airline-Bestandskunden bei der Belieferung mit Ersatztriebwerken, worunter Airbus als Hersteller beim Produktionshochlauf neuer Flugzeuge leide. Airbus wolle seine Verträge erfüllen, müsse aber teilweise immer noch sogenannte "Gleiter" (Flugzeuge ohne Triebwerke) auf Halde produzieren, bis deren Triebwerke geliefert werden könnten. Dies sei "nicht befriedigend", sagte Guillaume Faury.

Gigantischer Standardrumpfmarkt prägt das Geschäft

Im Gesamtjahr 2025 wurden 793 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert, darunter 607 Flugzeuge der A320neo-Familie, innerhalb derer 64 Prozent auf das Flaggschiff A321neo entfielen. Außerdem lieferte Airbus 93 Flugzeuge der A220-Familie, 36 A330 und 67 A350. Die A220-Produktion soll bis 2028 auf 13 Flugzeuge im Monat steigen, womit dieses von Bombardier übernommene Programm näher an die Profitabilität kommen soll. Für die A330 gilt ab 2029 das Ziel "Rate 5", für die A350, hier schon ab 2028, "Rate 12" im Monat.

Auftragsberg wächst

2025 gingen bei Airbus Verkehrsflugzeugaufträge für 1000 Flugzeuge ein (Vorjahr: 878). Um Stornierungen und Umbestellungen bereinigt waren dies 889 Netto-Bestellungen. Damit liegt der Airbus-Auftragsbestand bei 8754 Verkehrsflugzeugen im Wert von 619 Milliarden Dollar.

Gutes Jahr für den Konzern

Auf Konzernebene konnte der Hersteller sein Ergebnisziel 2025 leicht übertreffen. Der Umsatz stieg, auch dank starker Nachfrage im Geschäftsbereich Defence, um sechs Prozent auf 73,4 Milliarden Euro. Das bereinigte Konzernergebnis (EBIT) stieg um ein Drittel auf 7,13 Mrd. Euro. Höhere US-Zölle konnten durch erhöhte Einnahmen im Service-Geschäft weitgehend ausgeglichen werden.

A320-Nachfolger

Über die nächste Airbus-Flugzeugfamilie, die in der zweiten Hälfte der 2030er-Jahre der A320 nachfolgen soll, sagte Guillaume Faury am Donnerstag gegenüber der FLUG REVUE, diese Familie müsse "signifikant anders" sein, damit sie 25 bis 30 Prozent Treibstoffeinsparungen gegenüber heute modernen Mustern schaffe.

Bis dahin stehe für Airbus im Mittelpunkt, die A320-Produktion zu stabilisieren, um auf die geplanten Stückzahlen zu kommen. Die Nachfrage in der Familie verschiebe sich anteilig immer mehr von den kleineren zu den größeren Varianten, insbesondere zur A321neo.

Laut Guillaume Faury forscht Airbus derzeit für den A320-Nachfolger an neuen Kohlefaser-Flügeln mit sehr großer Spannweite. Dabei gehe es auch um die Möglichkeit, solche Flügel mit sehr hoher Stückzahl bauen zu können. Außerdem kooperiere man mit CFM bei der Entwicklung des "Rise"-Triebwerks mit Open-Rotor-Technologie aber man erwäge weiterhin auch Getriebefans als Antrieb. Es gehe ums Datensammeln, testen und Risiko vermindern, damit man Ende des Jahrzehnts beim Programmstart entscheiden könne.