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Airbus

Spiroid Winglets: Trägt die nächste A320 Ringe am Flügel?

Airbus-Patent Trägt die nächste A320 einen Ring am Flügel?

Beweglicher Schwanenhals statt starrer Haifischflosse: Airbus entwickelt an der nächsten Winglet-Generation. Jetzt hat sich der Hersteller ein verstellbares Ringprofil an der Flügelspitze vor Nachahmern schützen lassen. Welche Vorteile bietet das "Spiroid-Swanlet"?

Die Sharklets an den Flügelspitzen des Airbus A320neo wiegen je 100 Kilogramm. Doch dieses Extragewicht ist gut investiert: Winglets verringern den induzierten Luftwiderstand – und sparen Treibstoff. In der inzwischen verbreiteten Winglet-Technologie steckt immer noch einiges Innovationspotenzial. Airbus hat kürzlich in Großbritannien ein Patent auf ein "Spiroid"-Winglet angemeldet – eine Weiterentwicklung des bisherigen Flossen-Designs am Außenflügel.

Flexible Geometrie

Das Airbus-Patent beschreibt ein "Swanlet, das an einen auseinandergezogenen Buchstaben S erinnert". Eine Strebe schließt dieses S zu einem Ring – dem Spiroid. Das Anströmprofil bietet grundsätzliche Vorteile – der amerikanische Winglet-Spezialist Aviation Partners experimentiert seit den 1990er Jahren mit Spiroids und hat an einer Gulfstream II eine mögliche Verbrauchsreduktion von 10 Prozent ermittelt – konventionelle Winglets sparen 5 bis 6 Prozent Sprit.

FlugKerl2 (CC BY-SA 3.0)
Aviation Partners arbeitet seit Jahren an Spiroid Winglets und testete das Konzept im Flug unter anderem an einer Falcon 50.

Falcon 50 mit Spiroids

Eine spätere Testserie mit Spiroids der zweiten Generation an einer Falcon 50 hat laut Aviation Partners 2010 zwar ebenfalls "vielversprechende Ergebnisse" geliefert. Durchgesetzt hat sich der kleine Luftkanal an der Flügelspitze bisher dennoch nicht – denn die Konstruktion hat auch Nachteile: Die Spiroid-Geometrie erhöht – je nach Flugphase – die Belastung der Flügelstruktur und verlangt nach Verstärkungen.

Airbus
Das Spiroid von Airbus soll per Steuermodul seine Form zwischen "zwei geometrischen Konfigurationen" wechseln können.

Variabel steuerbar

Airbus schwebt dafür eine technische Lösung vor: das Spiroid soll per Steuermodul seine Form zwischen "zwei geometrischen Konfigurationen" wechseln, heißt es in der Patentschrift. "Die erste Winglet-Konfiguration kann eine höhere Treibstoffeffizienz während des Starts aufweisen, die zweite die Effizienz im Reiseflug optimieren."