Airbus-Versuchshubschrauber Racer: Schnell bei Tempo und Steigrate

Schneller Versuchshubschrauber von Airbus im Test
Racer-Wettlauf zu neuen Fähigkeiten

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.04.2026
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In den ersten 50 Flugstunden habe Racer seine erwarteten Fähigkeiten nachgewiesen, außergewöhnlich schnell zu fliegen. So erreiche der Spezialhubschrauber, der auf einer strömungsgünstig schmaler gemachten Dauphin-Zelle basiert, im Reiseflug 440 km/h und verbrauche dabei 25 Prozent weniger Treibstoff, als herkömmliche Hubschrauber, teilte Airbus mit.

Landung auf schrägen Flächen

Es gebe aber auch andere Meilensteine zu berichten: So könne der Hubschrauber durch kombinierten Einsatz von Hauptrotor und Propellern auch eine schräge Lage um die Querachse einnehmen und dadurch mit bis zu 14 Grad hoch aufgerichteter Nase auf schrägen Flächen landen, die andere Hubschrauber nicht ansteuern könnten. Außerdem schaffe das neuartige Fluggerät, trotz einer sehr hohen Geschwindigkeit von 370 km/h, enge Kurvenflüge und Manöver mit 2 g. Dies beweise die Ausgereiftheit und Missionsfähigkeit, so Airbus.

Suche nach dem idealen Kompromiss

Racer ist ein Abkömmling des EU-Forschungsprogramms Clean Sky 2. Mit Racer soll der Nachweis geführt werden, dass Hubschrauber zugleich außergewöhnlich schnell und wirtschaftlich fliegen können. Darüber hinaus soll eine ideale Kombination aus Geschwindigkeit, Kosteneffizienz und Missionsleistung gefunden werden. Racer zeigte auch außergewöhnliche Steigleistungen. So kann der Hubschrauber in nur 2 Minuten und 44 Sekunden auf 10.000 Fuß Höhe (3048 Meter) klettern. Aus einer Fluggeschwindigkeit von 260 Kilometern pro Stunde erreicht er eine Steigrate von 3600 Fuß pro Minute, doppelt so hoch, wie sie herkömmliche Hubschrauber schaffen. Laut Airbus flog Racer dabei in Standardkonfiguration, nicht etwa extra abgespeckt oder präpariert. Dies zeige die Eignung für militärische Einsatzszenarien, etwa wenn man schnell aus Bedrohungslagen und vor Beschuss wegsteigen müsse.

Flügel entlasten für harte Manöver

Ein Racer-Erfolgsgeheimnis seien die Hilfsflügel, die bei hoher Geschwindigkeit Auftrieb beisteuerten. Dies verschaffe dem Hauptrotorsystem und den seitlichen Propellern Reserven, um Manöver mit extremer Agilität durchzuführen. Die im Verbund arbeitende Konfiguration ermögliche auch schnelles Abbremsen ohne Höhenveränderung. Außerdem müsse auch die Nase bei Geschwindigkeitsveränderungen nicht hoch oder heruntergenommen werden, wie bei herkömmlichen Hubschraubern. Somit könne ein militärischer Racer etwaige Ziele jederzeit ungestört anvisieren.

Gastpiloten fliegen selbst

Mittlerweile hätten militärische Gastpiloten aus Frankreich, Deutschland und Finnland das exotische Luftfahrzeug am Steuer geprüft. Die Erlaubnis der Luftfahrtbehörden dazu sei auch ein Vertrauensbeweis, denn nur nachweislich ausgereifte und zuverlässige Testträger würden behördlich für Gastpiloten freigegeben. Der Austausch helfe dabei, die technologische Risiken für den Einsatz in künftigen militärischen Programmen zu reduzieren und das Vertrauen in die neuartige Plattform sicherzustellen.

Eco-Mode und leise Flugprofile

Als nächste Programmpunkte der Racer-Erprobung plant Airbus einen "Eco-Mode", bei dem der Hubschrauber bei einer Reisegeschwindigkeit von 330 km/h ein Triebwerk auf Leerlauf nimmt, um 15 Prozent Kraftstoff zu sparen. Bei Bedarf stehe das zweite Triebwerk binnen Sekunden wieder mit voller Leistung zu Verfügung. Überdies soll der Lärm am Boden um mindestens 30 Prozent vermindert werden. Dafür will Airbus manuell und automatisch die Fluglage und die Flugprofile im Anflug so ausrichten, dass Anstellwinkel und Geschwindigkeit immer für optimal niedrigem Lärm optimiert sind. Diese lärmarmen Profile sollen dann auch automatisch abgeflogen werden.