ATR erwartet steigende Nachfrage

Sparsame Turboprops bedienen dünne Routen rentabel
ATR rüstet sich für steigende Produktion

ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.02.2026
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ATR rüstet sich für steigende Produktion

ATR, ein Joint Venture der Flugzeughersteller Airbus und Leonardo, zog in dieser Woche in Toulouse eine Jahresbilanz für 2025. Danach wurden, bei stabilem Umsatz, 50 Netto-Auftragseingänge verzeichnet. Größte Kunden waren dabei Air Algérie und UNI Air mit 16 bzw. 19 ATR 72-600. Damit liegt das Auftragspolster jetzt bei 160 Flugzeugen. Am Leasingmarkt seien außerdem 90-Transaktionen von ATR-Flugzeugen erfolgt. Der ATR-Umsatz lag bei insgesamt 1,2 Mrd. Dollar, davon erzielte der Geschäftsbereich Kundenservice und Services 538 Mio. Dollar. 32 neue Flugzeug wurden ausgeliefert, weniger als geplant. Laut ATR liege das an weiter andauernden Störungen der Lieferkette.

Produktion neu aufgestellt

ATR-Vorstandschefin Nathalie Tarnaud Laude sagte: "Wir sind fest entschlossen, mehr Flugzeuge auszuliefern. Deshalb haben wir konkrete Maßnahmen eingeleitet, um alle Hemnisse zu beseitigen. Wir haben die gesamte Bodenorganisation gestärkt, um eine sichere, dauerhafte und zuverlässige Produktionssteigerung zu ermöglichen." Der Hersteller habe weiter in sein Fertigungssystem investiert, wo zusätzliche Montagestationen besetzt und teilweise parallele Endmontagestationen eingerichtet würden. Damit solle der Produktionsablauf beschleunigt werden, so ATR. Der Mangel an Teilen sei bereits auf ein Drittel der Rückstände von Anfang 2025 verringert worden. Damit könne die Fertigung 2026 um 20 Prozent steigen.

Hybrid-Demonstrator für die EU

Für die EU-Forschungsprogramme Heracles und Demetra baut ATR bis Ende 2029 einen fliegenden Demonstrator mit Hybridantrieb auf Basis einer ATR 72-600. Außerdem werden neuartige Propeller und elektrifizierte Bordsysteme erprobt. Dies soll die nächste Generation besonders schadstoffarmer Flugzeuge vorbereiten.

Einzigartiges Spar-Konzept

"ATR ist und bleibt relevant, egal wie laut neue Marktteilnehmer auch trommeln mögen", sagte Nathalie Tarnaud Laude. "ATR bietet das einzige glaubwürdige Regionalflugzeug mit seiner Mischung aus Umweltfreundlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Vielseitigkeit. Dank unserer Vorbereitungsarbeit können wir das starke Marktwachstum, das voraus liegt bedienen." Alleine in Indien erwartet ATR in den nächsten 20 Jahren einen Markt für 210 ATR-Flugzeuge.

Regionalflüge übernehmen die Grundversorgung

In vielen Regionen der Erde, zum Beispiel auf den Pazifikinseln in Französisch-Polynesien, seien Flugzeuge von ATR die einzige Möglichkeit, elementare Flüge, etwa ins Krankenhaus oder zur Uni, anzubieten. Andererseits könne man in Europa mit den sehr wirtschaftlichen Turboprops trotz schwacher Nachfrage auch mehrere Flüge am Tag genau passend anbieten, so dass man damit Kundengruppen erreiche, die pro Ticket mehr zahlten, als für die Jet-Flüge großer Lowcostairlines, einmal am Tag, wirbt ATR. Die Toulouser Turboprops verbrauchten 45 Prozent weniger Kerosin, als gleich große Regionaljets. ATR baut die ATR 42-600 und deren größere Schwester ATR 72-600, letztere ab Werk in maßgeschneiderten Passagier- und Frachtversionen.