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Die FAA will sich mehr Zeit für die Prüfung der 737 MAX nehmen.

Kein Zeitdruck FAA-Chef: MAX-Freigabe erst ab März

Der Chef der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA, Stephen Dickson, hat am Rande der Fachmesse Dubai Air Show Zweifel an einer schnellen Rückkehr der Boeing 737 MAX geäußert. Eine behördliche Wiederfreigabe Ende des ersten Quartals 2020 halte er für wahrscheinlicher.

Die Webseite „Gulf News“ berichtete aus Dubai, Dickson habe betont, dass seine Behörde keinem festen Terminkalender für die seitens Boeing erhoffte Wiederfreigabe folge, sondern sich alle erforderliche Zeit für die Prüfung nehme. Bei Sicherheitsthemen dürfe es keinerlei Zeitdruck geben. Ob die MAX vor Januar wieder fliege, bleibe abzuwarten, so der Behördenchef. Eine Wiederinbetriebnahme Ende des ersten Quartals 2020 sei eine „konservativere Schätzung“, zitierten verschiedene Medien Dickson, der auch selbst 737-Kapitän ist.

Seit März 2019 ist die weltweite Flotte der neuen 737-Generation 737 MAX für gewerbliche Flüge gesperrt, nachdem in Indonesien und Äthiopien zwei noch fast neue MAX nach Problemen mit der Trimmautomatik MCAS abgestürzt waren. Laut Stephen Dickson prüft die FAA derzeit die MAX-Software, für die Boeing kürzlich Verbesserungsvorschläge bei der FAA zur Zulassung formell eingereicht hatte. Boeing hatte bislang gehofft, schon bis Ende Dezember die Zulassung zu erhalten. Hunderte Kundenflugzeuge stehen am Boden oder wurden von Boeing auf Halde produziert und dürfen derzeit nicht ausgeliefert werden.

KANADIER HABEN MCAS-BEDENKEN

Unterdessen wurde ein internes Schreiben aus der Arbeitsebene der kanadischen Luftfahrtbehörde Transport Canada an FAA und EASA bekannt, in dem ein Ingenieur grundsätzlich die Trimmautomatik MCAS, also auch in modifizierter Form, wegen Sicherheitsbedenken hinssichtlich der Software-Zuverlässigkeit ablehnt. Dieser interne Einblick ist aber keine offizielle Behördenposition. Sie zeigt aber, wie sehr die Zulassungsingenieure mit sich ringen, welche Systeme verändert werden müssen.

Der betreffende Ingenieur schlägt in einem Diagramm vor, auf das System MCAS grundsätzlich zu verzichten und nur das sogenannte Speed Trim System zu behalten, wie es aus der Vorgängergeneration Boeing 737NG bekannt ist. Der kanadische Behördeningenieur schlägt vor, anzuerkennen, dass die 737 MAX beim Flugverhalten im Langsamflug ohne Klappen die Zulassungsvorschriften formell nicht erfülle. Wenn ein beherrschbares Flugverhalten nachgewiesen werde und man die Bordcomputer modifiziere, sei eine Rückkehr in den Dienst trotzdem möglich.