in Kooperation mit
Patrick Zwerger

Betrunkener Passagier

Mann isst sein Smartphone im Flugzeug: Notlandung

Mit einem besonders kuriosen Fall eines „unruly passengers“ sah sich jüngst ein Gericht im schottischen Edinburgh konfrontiert: Ein 44-Jähriger hatte während eines Easyjet-Fluges randaliert, anschließend sein Handy auseinandergebaut und begonnen, Teile davon zu zerkauen.

Als die 142 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder des Easyjet-Fluges von Manchester nach Keflavik am Nachmittag des 28. Januar 2019 kurz vor dem Start ihre Plätze einnahmen, dürften die allermeisten von ihnen nicht geahnt haben, dass unter ihnen auch eine menschliche Zeitbombe weilte – und dass diese Zeitbombe in Gestalt eines 44-järhigen Engländers letztendlich dafür sorgen würde, dass der Flug statt in Island außerplanmäßig in Schottlands Hauptstadt Edinburgh enden würde. Gut ein Jahr später sahen sich das Kabinenpersonal und der „unruly passenger“ wegen des Vorfalls nun in Edinburgh vor Gericht wieder.

Beleidigt, randaliert, geprügelt

Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, in betrunkenem Zustand im Flugzeug randaliert, Mitreisende angegriffen und die Crew mit lautstarken Morddrohungen belegt zu haben. Einen Flugbegleiter, der die Situation zu beruhigen versuchte, soll der 44-Jährige angschrien haben, er werde ihn töten, wenn er nicht die Klappe halte. Der derart beschimpfte Steward und seine Kollegen sollen ob der Aggressivität des Passagiers merklich eingschüchtert gewesen sein – niemand von ihnen hatte zuvor einen ähnlich extremen Fall an Bord erlebt, gaben sie vor Gericht zu Protokoll. Einen Mitreisenden soll der Passagier kurz darauf gar körperlich angegriffen haben. Letztlich habe das Bordpersonal den Piloten über den Vorfall informiert. Dieser, so berichtet die Tageszeitung The Scotsman, entschied sich schließlich, das Flugzeug außerplanmäßig in Edinburgh zu landen.

Easyjet
Auf dem Easyjet-Flug von Manchester nach Keflavik am 28. Januar 2019 hatte das Bordpersonal wegen eines randalierenden Passagiers eher wenig Grund zu lächeln.

Smartphone-Teile zum Dessert

Damit ist die Geschichte des Fluges allerdings nicht zu Ende – das dicke Ende kommt erst noch. Als das Flugzeug nämlich seinen Landeanflug auf den Flughafen Edinburgh begann, soll der „unruly passenger“ plötzlich sein Smartphone gezückt und begonnen haben, einzelne Teile davon zu „essen“: „Der Angeklagte nahm sein Handy heraus und begann es mit bloßen Händen zu zerstören, wobei er sich dabei schnitt“, erinnerte sich eine Zeugin vor Gericht. „Er wurde gesehen, wie er Teile davon in seinen Mund steckte und sie zerkaute.“ Dabei sei außerdem der Akku des Smartphones auf den Sitz gefallen und habe dort zu qualmen begonnen. Ein Crew-Mitglied habe die erhitzte Batterie sofort in eine Tasse mit Wasser getaucht, um sie abzukühlen. Zuguterletzt habe der Mann, nachdem das Flugzeug sicher in Edinburgh gelandet war, die Polizisten, die ihn an Ort und Stelle in Gewahrsam nahmen, auch noch rassistisch beleidigt. Vor Gericht gab der 44-Jährige nun an, er könne sich an den Vorfall nur noch schemenhaft erinnern. Er habe an diesem Tag unter massivem Einfluss von Alkohol und Schmerzmitteln gestanden. Ob die Richter die Ausrede des Delinquenten in die Urteilsfindung einfließen lassen, steht noch nicht fest. Laut „The Scotsman“ droht dem 44-Jährigen jedoch eine Haftstrafe.

Zivil Airlines Vom Drehkreuz zum Parkplatz Wie es derzeit auf den Flughäfen aussieht

Nur ein Teil der weltweiten Flotte an Verkehrsflugzeugen geht momentan...