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Concorde-Nachfolger Overture

Boom Supersonic: Wichtige Fragen bleiben offen

Boom Supersonic hält an seiner Vision fest, schon bald ein überschallschnelles Passagierflugzeug in die Luft zu bringen. Auf dem Pariser Aérosalon gaben sich die Vertreter des Startups zuversichtlich, lieferten zu elementaren Aspekten jedoch einmal mehr kleine Antworten.

Es ist eines der interessantesten Projekte der zivilen Luftfahrt: Das Startup Boom arbeitet an der Renaissance des Überschall-Passagierflugs. Auf dem Pariser Aérosalon verkündete Boom-CEO Blake Scholl im Rahmen einer Pressekonferenz neue Informationen zum Stand des Projekts. So zeigte Scholl, wie Boom sich einmal die Business Class in seinem Concorde-Erben „Overture“ vorstellt: große Fenster, bequeme Sitzecken, Infotainment – aber keine Betten. „Die braucht man auch nicht, wenn der Flug nur vier oder fünf Stunden dauert. Sie schlafen einfach am Boden, in einem richtigen Bett!“

Boom
Mach 2-Panoramablick: Die großen Fenster der Overture sollen im Flug beste Aussicht bieten - nicht nur in der Business Class.

Auch diverse neue Partner konnte Scholl an Bord von Boom begrüßen. Namentlich nannte der Firmengründer JPA Design, Dassault Systems und stratasys, die als Zulieferer die mittlerweile auf 123 Mitarbeiter angewachsene Boom-Crew unterstützen sollen. Mit Prometheus Energy hat man außerdem einen Partner gefunden, der CO2-neutrale Kraftstoffe liefern soll. Damit will Boom seinen Überschalltraum auch ökologisch zukunftsfähig machen.

Gesucht: ein Antrieb für die Overture

Eine wichtige Frage jedoch steht noch immer im Raum: Es gibt nach wie vor kein offizielles Triebwerk für die Boom Overture. Wie schon vor zwei Jahren an selber Stelle, antwortete Blake Scholl auch in diesem Jahr in Paris ausweichend auf entsprechende Nachfragen. Man untersuche aktuell noch diverse Optionen, von der „low risk“-Variante eines bereits existierenden Antriebs bis hin zu einer kompletten Neuentwicklung. Die schwammige Erklärung, die der Boom-Chef diesbezüglich abgab, lässt zumindest Zweifel am anvisierten Zeitplan aufkommen. Demzufolge sollte die Overture nämlich Mitte der 2020er-Jahre zum Erstflug abheben. Auch die Problematik des Überschallknalls ist bisher offenbar nicht wirklich gelöst.

Sebastian Steinke
Japan Airlines hält als Partner 20 Optionen für die Boom Overture. Ob und wann der Überschalljet abhebt, ist jedoch noch nicht klar.

Testflugzeug XB-1 soll 2020 abheben

Um Kritiker ruhigzustellen, plant Boom allerdings für Ende 2019 den ersten großen Schritt in die Luft: Dann soll der zweisitzige Demonstrator XB-1 aus der Halle rollen, der von drei General Electric-Turbojets angetrieben wird. Boom-Cheftestpilot Bill „Doc“ Shoemaker soll damit 2020 zum Erstflug starten. Unterstützt wird er dabei von Chris „Duff“ Guarente, der im April 2019 auch beim Stratolaunch-Erstflug als Copilot im Cockpit saß.

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Für den Versuchträger XB-1 kommen drei General Electric J85-21-Turbojets zum Einsatz. Für die größere Overture ist Boom dagegen noch immer auf der Suche nach dem passenden Antrieb.

Endziel von Boom bleibt ein Mach 2,2 schnelles Verkehrsflugzeug für 55 Passagiere. „Wir planen die Flugerprobung mit sechs Prototypen“, so Blake Scholl. Japan Air Lines unterstützt das Projekt nach wie vor und hält Optionen auf 20 Overture, die einmal zum Listenpreis von 200 Millionen US-Dollar erhältlich sein soll.

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