Deutsche Aircraft habe die Pläne der D328eco in die integrierte, modellbasierte, digitale Konstruktionsplattform 3D Experience überführt, teilte der deutsch-amerikanische Flugzeughersteller am Mittwoch mit. Mit diesem Meilenstein stärke man die Industrialisierung der D328eco, die damit eine modernes, datenbasierte Software als Entwicklungs- und Herstellungsumgebung nutzen könne. Mit Hilfe virtueller Konstruktionsschritte könnten Entwurf, Simulation und Validierung schneller im Programmablauf erfolgen. Dabei könne Deutsche Aircraft das Systemverhalten, Strukturbelastung und Kabinenauslegungen noch vor dem Bau des realen Flugzeugs bewerten. Damit reduziere man Entwicklungsrisiken, beschleunige Entscheidungsprozesse und unterstütze die Einhaltung des Zeitplans, während das Programm industriell reife.
Virtueller Zwilling im Rechner
"Wir nutzen diese robuste, digitale Konstruktionsplattform über die gesamte Lebensdauer des Flugzeugs", sagte Nico Neumann, CEO von Deutsche Aircraft. "Wir können mit 3D Experience funktionsübergreifend zusammenarbeiten, so dass unsere Teams das Regionalflugzeug der nächsten Generation damit entwickeln, herstellen und warten können." Die neue Software soll auch beim Aufbau und Hochlauf der Produktion in der künftigen Endmontagelinie in Leipzig helfen, die mit Hilfe digitaler Steuerung die Kapazität anpassen und die Fertigung vereinfachen will. Deutsche Aircraft will dazu die Anwendung Dassault Systèmes 3DLive mit der Datenbrille Apple Vision Pro verknüpfen. Mit ihr sehen die Arbeiter einen virtuellen Zwilling des Flugzeugs als mixed Reality-Plan zugleich mit dem realen Exemplar. Damit kann man in Echtzeit auf die digitale Konstruktions-Datenbank des Flugzeugs zugreifen.
Erste Auslieferung Ende 2027
"Diese Technologie vereinfacht die Kommunikation und das gemeinsame Verstehen der Pläne, über alle Partner hinweg", sagte Neumann. "Wir zeigen damit, wie man moderne Flugzeuge entwickeln kann und in Deutschland bauen." Deutsche Aircraft will den zweimotorigen Turboprop-40-Sitzer, der auf einer gestreckten Zelle der Dornier Do 328 mit neuen Triebwerken und neuem Cockpit basiert, mit einer Kapazität von bis zu 48 Stück im Jahr in Leipzig bauen. Dabei sollen 250 bis 350 Arbeitsplätze entstehen. Anfang 2027 soll die neue Endmontagelinie fertigungsbereit sein, der Erstflug des erste Prototypen, einer umgebauten Do-328-Zelle, ist noch dieses Jahr geplant. Die Indienststellung ist für das Jahresende 2027 geplant.





