easyjet hat neue Flugzeugsitze bestellt, die leichter sind und mehr Beinfreiheit bieten sollen als die bisher verwendeten Modelle. Es handelt sich dabei um den Kestrel-Sitz des britischen Herstellers Mirus Aircraft Seating. Insgesamt 237 neue Airbus A320neo und A321neo sollen damit ab 2028 ausgestattet werden.
Der Kestrel (dt. Turmfalke) wiegt 6,9 Kilogramm und ist damit nach Angaben der britischen Airline voraussichtlich mehr als 20 Prozent leichter als die derzeit verwendeten SL3510 von Recaro Aircraft Seating aus Schwäbisch Hall. easyJet hatte seit 2013 auf den Recaro SL3510 gesetzt, davon mehrere Jahre exklusiv. Mit den neuen Sitzen spare man pro Flugzeug bis zu 500 Kilogramm und geschätzt jährlich 12.936 Tonnen Treibstoff ein, so easyJet in einer Pressemitteilung.
Feste Rückenlehne
Mirus Aircraft Seating hat den Kestrel speziell für die Economy Class auf der Kurz- und Mittelstrecke entwickelt. Er hat eine feste Rückenlehne mit einer speziell vorgeformten Neigung von 22 Grad. Das soll dem Sitz bis zu fünf Zentimeter mehr Beinfreiheit verleihen, ohne dass der Sitzabstand verändert wird.
Was easyJet aber offenbar auch überzeugte, ist die Wartungsfreundlichkeit des Kestrel, der aus wenigen Teilen besteht. Durch seine robuste Struktur soll er eine lange Lebensdauer besitzen und am Ende bis zu 98 Prozent recyclebar sein. "Neben den Nachhaltigkeitsvorteilen sorgen die zusätzliche Beinfreiheit und der höhere Komfort auch für ein verbessertes Bord-Erlebnis für unsere Kunden", so David Morgan, Chief Operating Officer bei easyJet.
Entwickelt, getestet und gebaut wird der Kestrel bei Mirus in Hingham in Mittel-Norfolk. Das Unternehmen wurde 2015 gegründet, 2023 eröffnete es das eigene Testzentrum M-TEST. 2023 hat Mirus Aircraft Seating auch den Kestrel vorgestellt. Der Sitzhersteller hat bisher vier Sitze im Portfolio, alle für die Economy-Klasse und alle nach Raubvögeln benannt. 2025 stellte Mirus auf der Fachmesse Aircraft Interiors Hamburg aber ein Premium-Economy-Konzept namens Osprey vor.





