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Ryanair

„Eine Menge Chancen“

Ryanair setzt auf Wachstum - und die 737 MAX

Günstige Konditionen an verkehrsschwachen Flughäfen und die Rückkehr der 737 MAX sollen Ryanair nach der Covid-19-Krise neuen Schub verleihen. Laut Ryanair-Chef O'Leary laufen bereits Gespräche mit Flughäfen in Deutschland, Österreich, Italien, Spanien und Portugal.

O'Leary tüftelt an der Erholung Ryanairs von der Krise und stellt sich auf Konkurrenten ein, die auf Milliarden staatlicher Hilfen zählen können. Ryanair selbst hat einen durch die britische Regierung gestützten Kredit in Höhe von 600 Millionen Pfund erhalten. Zugleich wettert Michael O'Leary gegen staatliche Hilfen für Air France-KLM, Lufthansa und Alitalia. Wegen aller drei hat er die EU-Kommission bereits verklagt oder eine Klage angekündigt. Die Staatshilfen würden es den Konkurrentinnen erlauben, mit Billigpreisen in den Wettbewerb um die ersten Passagiere nach der Krise einzusteigen – so seine Lesart. Bei den laufenden Gesprächen mit diversen Airports gehe Dabei gehe es deshalb darum, "unsere zunehmenden Verbindungen an deren Flughäfen innerhalb der kommenden 18 Monate auszuweiten". Klar werde der Verkehr 2020 enorm zurückgehen, "aber wir denken, dass es 2021 eine Menge Chancen geben wird und die Flughäfen das entscheidend ankurbeln werden", so O'Leary weiter.

Boeing
Ryanair setzt weiter stark auf die Boeing 737 MAX.

737 MAX noch vor Weihnachten?

Das Ryanair-Management warte zudem weiter sehnlich auf die Boeing 737 MAX. O'Leary erwartet, dass die 737 MAX 8 in den USA bis spätestens Oktober wieder zugelassen wird und die von Ryanair bestellte Spezialvariante für 200 Passagiere kurz darauf starten darf. Vor Weihnachten wird es seiner Einschätzung nach soweit sein. "Ryanair ist eine der wenigen Airlines, die momentan dieses Flugzeug haben wollen", sagte O'Leary. Die Airline hat 135 737 MAX 8 bestellt und hält Optionen auf weitere 75. Im Februar dachte der Ryanair-Chef laut darüber nach, auch die größere Version MAX 10 in die Flotte aufzunehmen. Entgegen seiner erst einer Woche alten Drohung, die Airbus A320 mit dem Ende der Wiener Lauda-Basis ganz aus der Flotte zu nehmen, bekundet er jetzt wieder Interesse an dem Jet. Offenbar spekuliert O'Leary auch hier auf satte Rabatte seitens des durch die Krise in Bedrängnis geratenen Flugzeugbauers.

Patrick Zwerger
An der zugekauften Tochter Lauda Motion lässt Michael O'Leary kein gutes Haar.

Stellenstreichungen unvermeidlich

Trotz aller Wachstumspläne warnt das Ryanair-Management die Mitarbeiter vor Stellenstreichungen im vierstelligen Bereich. Allein in Spanien hat die Airline demnach rund 600 Mitarbeiter zuviel. Ab Juli soll Ryanair mit 1.000 Flügen täglich aus dem Stillstand zurückkehren. Allein was Übernahmemöglichkeiten betrifft gibt sich O'Leary geläutert – und giftet noch einmal in Richtung Lauda. "Nie wieder will ich so eine Erfahrung machen, wie wir sie mit Lauda gemacht haben", sagte er. "Wenn ich an all die Zeit denke, die wir mit Versuchen verschwendet haben, die Airline umzustrukturieren. Laudamotion ist die letzte Airline, die wir übernommen haben."

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