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Ende des Großraumjets besiegelt

A380-Produktion wird 2021 eingestellt

Weil Emirates seine Aufträge um 39 auf 123 Flugzeuge reduziert hat wird die Fertigung der A380 nun bereits 2021 nach 251 Maschinen auslaufen. Das Ende des Programms wurde von Airbus am Donnerstag bei Vorstellung seiner Jahresbilanz bestätigt.

„Einer Überprüfung ihres Flugbetriebs folgend hat Emirates beschlossen, seinen A380-Auftragsbestand um 39 Flugzeuge auf 14 noch an Emirates auszuliefernde A380 zu reduzieren“ hieß es. „Aufgrund dieser Entscheidung, und im Hinblick auf den mangelnden Auftragsbestand anderer Airlines, endet die Auslieferung der A380 2021. Die Bildung der Drohverlustrückstellung sowie anderer spezifischer Rückstellungen und die Neubewertung der Verbindlichkeiten belasten das EBIT mit 463 Millionen Euro, bei einer positiven Auswirkung auf das sonstige Finanzergebnis in Höhe von 177 Millionen“ so Airbus.

„Für ihr weiteres Wachstum“ setzt Emirates nun „auf flexible Airbus-Großraumflugzeuge der neuesten Generation“ und bestellt 40 A330-900 sowie 30 A350-900 im Wert von 21,4 Milliarden Dollar nach Listenpreisen.

Unterdessen hat Etihad ihre A350-Bestellung um 42 A350-900 reduziert. Damit beläuft sich der verbleibende Auftragsbestand von Etihad auf 20 A350-1000.

„Keinen Illusionen nachjagen“

Emirates ist mit Abstand größter Nutzer des A380.

Das Produktionsende des A380 sei letztlich eine unumgängliche Entscheidung gewesen, machte der scheidende Airbus-Chef Tom Enders auf der Jahrespressekonferenz am Donnerstagvormittag in Toulouse klar. Man habe jahrelang alles versucht, um neue Kunden für das Riesenflugzeug zu gewinnen – jedoch ohne Erfolg. Auch Versuche, den A380 als verbesserten A380neo mit neuen Triebwerken und modifizierten Flügeln oder verlängertem Rumpf an den Mann zu bringen, hätten keine nennenswerte Resonanz hervorgerufen. „Die Antworten des Marktes waren, nett ausgedrückt, sehr schwach“, so Enders. „Wir waren schon vor einem Jahr kurz davor, das Deck zu räumen, was den A380 angeht – damals haben wir hart darum gekämpft, dass es weitergeht. Aber zwölf Monate später müssen wir feststellen, dass das nicht zum Erfolg geführt hat.“ Die Entscheidung, die Produktion einzustellen, sei zwar nicht leicht gefallen, aber dennoch einstimmig erfolgt: „Wenn man ein Produkt hat, das keiner kaufen will und das man unter diesen Umständen nicht mehr ohne Verlust herstellen kann, dann muss man es beenden.“ Alles andere sei öknomisch nicht vertretbar: „Wir können keinen Illusionen nachjagen.“

A350 als neues Flaggschiff

Ender' designierter Nachfolger Guillaume Faury hob bei der Jahrespressekonferenz die Bedeutung des A380-Programms für die weitere Entwicklung des Unternehmens hervor. Man habe bei dadurch eine Menge gelernt, was man jetzt beim A350 umsetzen könne. Dies betreffe nicht nur die Technologie, sondern auch die Produktion. Bei letzterer habe man insbesondere aus den Problemen, unter denen die A380-Fertigung anfangs zu leiden hatte, entsprechende Schlüsse gezogen. „Der A350 wird künftig unser neues Flaggschiff sein. Aber ohne A380 würde es den A350 wohl gar nicht geben.“

Bis zu 3500 Mitarbeiter betroffen

Airbus wird in den nächsten Wochen Gespräche mit den Sozialpartnern bezüglich der 3000 bis 3500 Stellen aufnehmen, die in den nächsten drei Jahren vom Aus der A380 betroffen sein könnten. Allerdings werden sich durch den aktuellen Produktionshochlauf bei der A320 und die Bestellung neuer Großraumflugzeuge durch Emirates zahlreiche Möglichkeiten für interne Stellenwechsel ergeben, hieß es.

Abgesehen von der A380-Entscheidung vermeldete der Hersteller eine Umsatzsteigerung auf 63,7 Milliarden Euro (2017: € 59,0 Mrd.). Hier wirkten sich vor allem die Rekordzahlen bei der Auslieferung von Zivilflugzeugen aus. Der Gewinn belief sich auf 5,834 Milliarden Euro (nach 3,19 Mrd. In 2017 – konsolidiertes bereinigtes EBIT).

A380: Meilensteine seit dem Erstflug

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