Rettungshubschrauber für die Arktis: Erste Mi-38PS für Russlands Katastrophenschutz

Rettungshubschrauber für die Arktis
Erste Mi-38 für den russischen Katastrophenschutz

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.02.2026
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Eine Mi-38PS des Katastrophenschutzministeriums ausgelegt für den Einsatz in der Arktis.
Foto: Russisches Katastrophenschutzministerium (МЧС)

Der Staatskonzern Rostec hat vier Hubschrauber vom Typ Mi-38PS an das russische Katastrophenschutzministerium übergeben. De vier Hubschrauber kommen aus dem Hubschrauberwerk in Kasan und sollen künftig in der Arktischen Zone und entlang der Nordostpassage eingesetzt werden. Im Katastrophenschutzministerium wird bisher die bewährte Mi-8 genutzt. Wie viele Mi-38PS insgesamt vom Ministerium bestellt wurden, ist nicht bekannt.

Katastrophenschutz-Chef Aleksandr Kurenkow erklärte, die Hubschrauber sollten zum Schutz der Bevölkerung, von Territorien und kritisch wichtigen Objekten vor Naturkatastrophen und Unfällen in den ausgedehnten arktischen Territorien Russlands eingesetzt werden. Dort müssen die Mi-38 unter Extrembedingungen funktionieren, denn im Winter fallen dort die Temperaturen unter minus 50 Grad Celsius.

Hohe Reichweite auch für abgelegene Regionen

Auch deswegen sind die Hubschrauber nach Angaben des Konzerns speziell für die Anforderungen des Katastrophenschutzes und für arktische Einsatzgebiete konzipiert. Mit zusätzlichen Treibstofftanks können die Maschinen bis zu 1.500 Kilometer weit fliegen, ohne tanken zu müssen, und dabei 40 Passagiere transportieren.

Außerdem verfügen die Mi-38PS über moderne Navigationssysteme und fünf Multifunktionsdisplays in der Pilotenkanzel. Erstmals für Hubschrauber dieser Klasse sind nach Angaben von Rostec eine Wasserlöschtechnik und ein Sprühgerät zur Brandbekämpfung eingebaut. Die maximale Startmasse des Helikopters beträgt 16.500 Kilogramm.

Patrick Zwerger

Geschichte mit Verzögerungen

Die erste Auslieferung einer Mil Mi-38 aus der Serienfertigung war ursprünglich für 2008 geplant, wurde aber mehrfach verschoben. Die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija erteilte die Musterzulassung für die Mi-38 erst Ende 2015. Der erste Serienhubschrauber wurde 2019 auf der Luftfahrtmesse MAKS vorgestellt, die erste kommerzielle Auslieferung erfolgte schließlich an Gazprombank Leasing.

Zwei Hubschrauber der Variante Mi-38T mit Rettungswinde wurden ab Dezember 2019 an die russischen Streitkräfte ausgeliefert und dort erprobt. Außerdem nutzt Myanmar drei Exemplare des russischen Hubschraubers seit dem vergangenem Jahr in den Streitkräften. Der Vertrag über die Exportmaschinen wurde allerdings bereits 2020 geschlossen. Was die Auslieferung so verzögerte, gab der Hersteller nicht bekannt.