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Patrick Zwerger

Fokus auf Airbus-Muster

Delta streicht die Boeing 777 aus der Flotte

Der Kehraus bei Delta Air Lines geht weiter: Erst kürzlich verkündete die US-Airline das Aus für ihre MD-88 und MD-90, nun trifft es die Langstreckenflotte: Bis Ende des Jahres will Delta alle 18 Boeing 777 ausmustern.

Noch fliegen die Boeing 777 von Delta munter durch die Welt, unter anderem auch nach Frankfurt. Etwas allerdings ist anders als sonst, denn die Großraum-Twins befördern auf ihren Flügen keine Passagiere, sondern nur Post und Fracht. Neun ihrer 18 "Triple Seven" hält Delta zu diesem Zweck aktiv, der Rest befindet sich im Ruhemodus. Doch auch die Zeit der noch fliegenden Delta-777 läuft ab, denn die Zweistrahler werden beim US-Riesen wegrationalisiert. Bis Ende des Jahres, so verkündete Delta-Chef Ed Bastian in einem Rundschreiben an die Mitarbeiter, werden alle 18 Boeing 777 die Flotte verlassen.

A350 als neues Flaggschiff

"Da der internationale Reiseverkehr voraussichtlich nur langsam zurückkehren wird, haben wir die schwierige Entscheidung getroffen, unsere Boeing 777-Flotte bis Ende des Jahres endgültig stillzulegen", so Bastian im Wortlaut. Das sei keine leichte Entscheidung gewesen: "Ich weiß, dass dies direkte Auswirkungen auf viele von Ihnen hat, die diese Jets fliegen, betreuen und warten." Dennoch sieht das Delta-Management offenbar keine andere Wahl – und setzt in Zukunft auf der Langstrecke verstärkt auf die Airbus-Muster A330 und A350. Vor allem in die A350 setzen die US-Amerikaner große Hoffnung, spare sie im Vergleich zur 777-200 doch bis zu 21 Prozent Treibstoffkosten pro Sitzplatz. Delta besitzt derzeit 13 A350-900, zwei weitere Exemplare aus der Ursprungsbestellung sollen demnächst zur Flotte stoßen. Darüber hinaus hat Delta laut der Nachrichtenagentur Reuters erst Ende April entschieden, eine von LATAM stornierte Order über zehn A350-900 zu übernehmen. Damit käme die Airline auf insgesamt 25 A350-900. Von der A330 besitzt Delta 47 Exemplare und hat außerdem vier neue A330-900 bestellt. Beide Airbus-Muster werden künftig den Großteil der internationalen Langstrecken übernehmen.

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Was mit den Boeing 767 bei Delta passiert, teilte Ed Bastian nicht mit. Der internationale Langstreckenverkehr wird aber künftig vor allem mit Airbus-Mustern bestritten werden.

"Das Ausbluten eindämmen"

Das Durchschnittsalter der 777-Teilflotte von Delta liegt bei etwas mehr als 15 Jahren. Die jüngsten Flugzeuge sind rund elf Jahre alt, die ältesten immerhin 21. 1999, als die ersten 777 bei Delta eintrafen, habe der Zweistrahler der Fluggesellschaft viele neue Märkte erschlossen, erinnert sich Ed Bastian, betont aber auch, dass die Ausmusterung für Delta erhebliche Einsparungen bringe: "Aktuell verbrennt Delta täglich 50 Millionen Dollar und Schritte wie dieser helfen uns, das Ausbluten einzudämmen um Arbeitsplätze und unsere Zukunft zu sichern." Ob letzten Endes aus Kostengründen auch die wesentlich älteren, aber auch kleineren Boeing 767-300 und 767-400 die Delta-Flotte verlassen müssen, teilte Bastian nicht mit. Deren Zahl ist im Vergleich zur 777 aber auch ungleich größer: Immerhin besitzt Delta 56 767-300 und 21 767-400. Durchschnittsalter: 22,7 Jahre.

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