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Patrick Zwerger

Gedankenspiele: Legt Boeing die 757 und 767 neu auf?

Gedankenspiele Legt Boeing die 757 und 767 neu auf?

Boeing treibt im Schatten der Krise die Entwicklung eines 767-Updates voran. Als Technologieträger für einen Nachfolger der 737 MAX lässt Konzernchef Dave Calhoun laut Insidern zudem eine "757 Plus" prüfen. Der Airbus-Rivale krempelt seine Produktionstrategie um.

Die Entwicklung eines New Mid-market Airplane (NMA) ist gestoppt: Boeing hält in der Doppelkrise aus 737 MAX und Pandemie das Geld zusammen. Stattdessen greift Calhoun mit einer gründlichen Überarbeitung der 40 Jahre alten 767-Plattform eine Idee wieder auf, die sein Amtsvorgänger Dennis Muilenburg im Oktober 2019 verworfen hatte. "Wir prüfen, was der Markt in Zukunft braucht, und investieren in Forschung und Entwicklung", sagte ein Boeing-Sprecher "Reuters."

Kommt die 767-X?

Nach Quellen der Nachrichtenagentur will Boeing die 767 mit effizienten Triebwerken und neuen Tragflächen zur "767-X" aufwerten und so schärfere US-Umweltauflagen erfüllen, die ab 2028 greifen. Das Flugzeug richte sich zwar in erster Linie an Frachtairlines, eine Kleinserie mit Passagierkabine scheint aber zumindest nicht ausgeschlossen.

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Boeing
Modernste Variante der Boeing 767 ist der Tanker KC-46A Pegasus, der auf der Frachtversion der 767-200 basiert.

"757 Plus" als Brückenlösung für 737-MAX-Nachfolger

"Reuters" berichtet zudem über eine mögliche Wiederbelebung der seit 2004 nicht mehr produzierten 757. Die "757 Plus" könnte einen Gegenpol zum Erfolgsmodell A321XLR von Airbus bilden und zeitgleich als Technologieträger – etwa für neue Cockpits – für ein Future Small Airplane (FSA) fungieren. Derzeit ist generell schwer absehbar, wie Covid-19 den Flugzeugmarkt verändert. Airbus stellt sich dem Vernehmen nach auf eine stärkere Nachfrage nach Frachtern ein und prüft Cargoversionen der Langstreckenmodelle A330neo und A350.