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Bund will "Landshut" nach Deutschland holen

Historischer Zweistrahler steht in Fortaleza Bund will "Landshut" nach Deutschland holen

Die 1977 durch eine Flugzeugentführung bekannt gewordene Boeing 737-200 "Landshut" soll aus Brasilien nach Deutschland gebracht, restauriert und ausgestellt werden.

Das Auswärtige Amt veröffentlichte am Donnerstag ein Interview von Außenminister Sigmar Gabriel, in dem dieser eine Rückführung der Boeing 737-200 "Landshut" befürwortet. Er sei sich darin mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters einig, so der Außenminister. "Die 'Landshut' hat es verdient, in Deutschland eine letzte und würdige Heimat zu finden. Die Botschaft der 'Landshut' ist: Wir lassen uns nicht unterkriegen. Dem Terrorismus werden wir uns nicht beugen, wir sind stärker. Wir geben unsere Werte, unsere Freiheit, unseren Rechtsstaat und unsere Art zu leben nicht auf. Die Landshut gehört nach Deutschland."

Die Boeing 737-200 "Landshut" war 1977, im sogenannten "Deutschen Herbst", von vier palästinensischen Terroristen auf dem Weg von Mallorca nach Frankfurt entführt worden, um in Deutschland inhaftierte RAF-Terroristen freizupressen. Nach einem mehrtägigen Irrflug ermordeten die Entführer den Lufthansa-Kapitän Jürgen Schumann in Aden im Südjemen. Nach dem Weiterflug nach Mogadischu in Somalia erstürmte die GSG9 des damaligen Bundesgrenzschutzes das Flugzeug und befreite alle verbliebenen Geiseln, kurz bevor die Terroristen das Flugzeug sprengen wollten. Nur eine Terroristin überlebte die Erstürmung.

Die Boeing 737 wurde repariert und flog weiter bei Lufthansa. Danach wurde sie verkauft und war weiter im Ausland im Einsatz. Zuletzt wurde sie zum Frachter umgebaut und landete letztmalig in Fortaleza in Brasilien, wo sie seit 2008, nicht mehr flugfähig, ausgeschlachtet und mittlerweile stark verwittert, parkt.

Die Bild-Zeitung meldete am Donnerstag, ein Kauf durch den Bund sei bereits für 20000 Euro erfolgt. Das Flugzeug solle noch vor dem 40. Jahrestag der Entführung im Oktober per Antonow-Lufttransport nach Deutschland gebracht werden. Mit Hilfe der Dornier-Stiftung seien eine Aufarbeitung und die spätere Ausstellung in Friedrichshafen geplant.