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Im Tiefflug über den Strand

A380 von Hi Fly erschreckt Badegäste in Portugal

Badegäste an der Algarve-Küste staunten vergangene Woche nicht schlecht, als mit einem Mal ein Airbus A380 in nur 243 Metern Höhe an ihnen vorbeiflog. Was erschreckte Zeitgenossen zu Notrufen animierte, war jedoch ein geplanter Testflug – mit einem besonderen Nebenaspekt.

Bis Mitte Juni war sie die einzige aktive A380, die in Europa registriert ist: Die als 9H-MIP eingetragene Maschine der Charter-Airline Hi Fly hatte in jüngerer Vergangenheit diverse Corona-Sonderflüge in alle Welt zu erledigen. Dann verschwand sie eine Zeit lang von der Bildfläche, weil Hi Fly am Heimatflughafen Beja die Sitze aus der A380-Kabine entfernte und den Riesenjet so zu einem temporären Frachter umbaute. 250 Kubikmeter Fracht passen seither in das Flugzeug. Derart umgerüstet, hob die 9H-MIP schließlich am 5. August von Beja aus zu einem ersten Testflug ab.

Hi Fly
Sitze raus, Pakete rein: Die A380 von Hi Fly fliegt jetzt als Frachter.

Einstündiger Testflug

Dieser Testflug dauerte knapp eine Stunde und führte die A380 an Portugals Südküste. Berichten zufolge soll Airline-Chef Carlos Mirpuri dabei persönlich am Steuer gesessen haben. Via Twitter hatte Hi Fly den Flug vorher angekündigt – mit einem deutlichen Hinweis an alle Luftfahrtfans unter den Strandurlaubern: "Diejenigen, die an der Algarve Urlaub machen, könnten das Glück haben, unsere A380 'SavetheCoralReefs' zu entdecken, die heute einen Kontrollflug durchführen und Faro und Vilamoura überfliegen wird. Abflug von Beja ist um 14:30 Uhr, und der Flug wird 1 Stunde dauern."

Überraschung für Badegäste

Tatsächlich folgte die 9H-MIP mit geringer Verspätung ziemlich genau der angekündigten Route über dem Meer, in Sichtweite der Küste. Was Hi Fly aber nicht vorab geschrieben hatte: Die A380 flog dabei weit tiefer als normal. In lediglich 800 Fuß Höhe (243 Meter) grüßte der Vierstrahler mit der auffälligen Lackirung die Badegäste der Algarve – und die fanden das Spektakel zum Teil ganz und gar nicht lustig. Auf Youtube-Videos vom Strand sind Personen zu sehen, die beim Anblick des Riesen-Tieffliegers ängstlich vom Wasser weglaufen. In der örtlichen Notrufzentrale sollen ebenfalls zahlreiche Anrufe eingegangen sein. Offenbar befürchteten manche, das Flugzeug würde abstürzen oder notwassern.

Im Tiefflug für den Meeresschutz

Doch davon war die Hi Fly-A380 weit entfernt. Alles an Bord lief nach Plan. Denn der Checkflug hatte nicht nur technische Gründe, sondern verfolgte noch einen weiteren Aspekt, wie die Airline hinterher mitteilte: Mit der Aktion wollte Hi Fly bei den Badegästen den Schutz der Meere und Korallenriffe ins Bewusstsein rücken, für den die A380 seit 2018 mit ihrem Sonderanstrich wirbt. Ob dieser Anspruch erfüllt wurde, bleibt dahingestellt – der Testflug selbst jedoch war wohl erfolgreich. Um 15:36 Uhr Ortszeit landete die A380 wieder auf ihrer Wartungsbasis in Beja.