in Kooperation mit
General Electric

Initiative „The Big Twin“

GECAS und IAI rüsten Boeing 777 zu Frachtern um

General Electrics hauseigene Leasingfirma GECAS hat gemeinsam mit Israel Aircraft Industries (IAI) ein Programm zum Umbau gebrauchter Boeing 777-300 zu Frachtern gestartet. Die beiden Partner stoßen damit in eine Marktlücke, die Boeing bislang offen ließ.

Die Boeing 777 genießt als Frachter 777F weltweit einen guten Ruf. Der Riesen-Twin ist leistungsstark, geräumig und sparsam. Er verkauft sich deshalb bestens – obwohl er laut Liste mit 442 US-Dollar Stückpreis sogar teurer ist als die Frachtversion des Jumbo Jets 747-8 (ab 420 Millionen US-Dollar). Allerdings gibt es dabei einen Haken: Die 777F gibt es nur in Einheitsgröße. Die große Variante der „Triple Seven“, die 777-300, ist ab Werk nur als Passagierflugzeug zu haben. Der Frachtmarkt ist dagegen eine Domäne der „kleinen“ Boeing 777-200. Bis jetzt.

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Bislang gibt es die Boeing 777 als Frachter nur in der "kleinen" Ausführung -200. Die von GECAS und IAI geplante 777-300ERSF könnte laut GECAS 25 Prozent mehr Fracht befördern.

„Special Freighter“ mit guter Ausgangslage

Genau das wollen die beiden Partner GECAS und IAI nämlich ändern. Unter dem Programmnamen „The Big Twin“ sollen schon bald – Nomen est Omen – in großem Stil gebrauchte 777-300ER von Passagierfliegern zu Frachtern umgerüstet werden. Das als Boeing 777-300ERSF bezeichnete Flugzeug – das „SF“ im Namen steht für „Special Freighter“ – böte laut GECAS-Mutter General Electric 25 Prozent mehr Kapazität als die Standard-777F und lasse sich gegenüber vergleichbar großen Vierstrahlern bis zu 21 Prozent effizienter betreiben. Vor diesem Hintergrund sehen GECAS und IAI für ihr Projekt wohl nicht zu Unrecht beachtliche Marktchancen, vor allem weil in den nächsten Jahren viele der aktuell noch aktiven Großraumfrachter ans Ende ihrer Lebensdauer stoßen werden.

Größter Cargo-Zweistrahler der Welt

Wie General Electric mitteilt, sollen die Flugzeuge zunächst bei IAI in Tel Aviv umgerüstet werden. Dort hat man bereits langjährige Erfahrung mit konvertierten Frachtern aus dem Hause Boeing, werden bei IAI doch auch 747, 767 und 737NG von Passagier- zu Frachtmaschinen umgerüstet. Man plane aber ab etwa 2023 auch Umrüstungen an anderen Orten außerhalb Israels, so General Electric weiter. Als direkt am Programm beteiligte Partei agiert GECAS zugleich auch als Launch Customer für den dann weltgrößten zweistrahligen Frachter: Der Leasinganbieter hat direkt 15 feste Bestellungen für die 777-300ERSF aufgegeben. Pro Umbau peilt das Joint Venture eine Zeitspanne von etwa vier bis fünf Monaten an. Die erste in Israel umgebaute 777-300ERSF soll laut Plan 2022 in Dienst gehen, sofern bis dahin die erweiterte Musterzulassung seitens der Zivilluftfahrtbehörden aus Israel und den USA vorliegt.

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