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Konzepte für den Luftverkehr der Zukunft

Die Elektroflieger kommen

Hazy DTLA Sunset Foto: DLR

Beim Symposium „E2Flight“ in Leinfelden-Echterdingen diskutierte die Branche Chancen und Möglichkeiten der E-Mobilität im Luftverkehr. Im Fokus dabei: Regionalflugzeuge für bis zu 50 Passagiere.

Gibt es bald Regionalflugzeuge mit Elektroantrieb? Welche Zukunft haben Flugtaxis? Und wie wird der Luftverkehr der Zukunft aussehen? Diesen und einer Reihe weiterer Fragen gingen Forscher und Ingenieure Ende vergangener Woche beim Symposium „E2Flight“ auf den Grund, das dieses Jahr zum vierten Mal vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Institut für Flugzeugbau der Universität Stuttgart veranstaltet wurde.

Mehr als 120 Vertreter aus Wissenschaft und Industrie diskutierten in Leinfelden-Echterdingen zwei Tage lang über Zukunftskonzepte für elektrisches Fliegen, hybride Antriebssysteme, Technik, Zulassungsaspekte und Antriebsintegration. Die Zeichen für die Elektroflieger stehen auf Wachstum, wie Prof. Josef Kallo, DLR-Forscher und Mitbegründer des Symposiums, am Rande der Veranstaltung betonte: „Die Branche hat das Potenzial von elektrischem Fliegen definitiv erkannt, das sieht man aktuell sehr deutlich.“ Fast alle großen Hersteller von Flugzeugen, Antrieben und Turbinen seien in diesem Bereich mittlerweile aktiv. Kallo sieht in der Branche eine regelrechte „Aufbruchstimmung“ für neue Ideen und Projekte zum Theme elektrisches Fliegen: „Wissenschaft und Industrie untersuchen, was mit vorhandenen Technologien möglich ist, investieren in deren Weiterentwicklung und professionalisieren ihre Arbeit.“

Der Regionalverkehr steht im Fokus

Dass diese Arbeit längst über kleine Forschungsprojekte hinausgeht und immer ernsthaftere Dimensionen annimmt, sieht Andreas Klöckner, Koordinator für Elektrisches Fliegen beim DLR, maßgeblich in den Vorteilen begründet, die der Elektroflug seiner Ansicht nach mit sich bringt. So sei rein elektrisches Fliegen „lokal emissionsfrei“ – das Flugzeug selbst stoße während des Betriebs keine Schadstoffe aus. Des Weiteren ließen sich elektrische Antriebssysteme aufgrund ihrer geringeren Anzahl beweglicher Teile günstiger produzieren und warten. „Und der dritte Vorteil: elektrische Antriebe ermöglichen komplett neue Flugzeugkonfigurationen, die den Treibstoffverbrauch und damit Emissionen und Lärm weiter reduzieren dürften.“ E-Motoren begünstigten somit auch die Entwicklung völlig neuer Transportlösungen, die lange Zeit als Science Fiction galten, wie etwa Flugtaxis. DLR-Forscher Josef Kallo geht gedanklich sogar noch weiter: Im Fokus stünden derzeit Projekte mit Leistungsgrößen zwischen einem und zwei Megawatt. Damit ließen sich Flugzeuge mit 20 bis 50 Sitzplätzen für Kurz- und Regionalstrecken realisieren. Auch Konzepte mit hybridelektrischem Antrieb spielen in den Forschungen eine Rolle.

E-Motoren erlauben neue Designs für leiseres Fliegen

Bis es tatsächlich soweit ist und die ersten Elektroflieger den Regionalverkehr revoulutionieren, dürfte noch etwas Zeit ins Land ziehen. Dennoch liegt auf der Hand, dass Kriterien wie Umweltverträglichkeit und Fluglärm künftig machtvolle limitierende Faktoren im Luftverkehr sein werden. Hier sieht auch Jan Werner Delfs vom Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik in Braunschweig den großen Pluspunkt für die Elektrofliegerei. Zwar sei die Geräuschentwicklung im Flug, unabhängig von der Antriebsart, vorwiegend aerodynamisch bedingt, und Elektromotoren deshalb „nicht immer und von selbst leise“. Allerdings könne bei elektrisch angetriebenen Flugzeugen „die Anordnung und Verteilung von Triebwerken und deren Betrieb ganz neu gedacht werden.“ Das Flugzeugdesign könne in Verbindung mit vielen kleinen, verteilten Elektromotoren sehr viel freier erfolgen als bisher – und lasse damit auch lärmoptimerte Konstruktionen zu.

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