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Letzter Strohhalm für Superjumbo

Lufthansa beschließt A380-Ende - mit Hintertürchen

Der Vorstand der Lufthansa-Gruppe hat heute ein Update seines Restrukturierungsprogramms "ReNew" beschlossen. Für den Airbus A380 gibt es – Stand jetzt – keine Zukunft mehr. Endgültig verabschieden will sich die Lufthansa vom Superjumbo jedoch noch nicht.

Die trüben Aussichten für den Luftverkehr, der sich laut Lufthansa langsamer erholt als erhofft, zwangen die Kranich-Airline zum Handeln – wieder einmal müssen die Prognosen nach unten korrigiert werden. "Die bisherige Annahme, im vierten Quartal des Jahres ein durchschnittliches Produktionsniveau von 50 Prozent des Vorjahreswertes zu erreichen, erscheint nicht mehr realistisch", so der Konzern in einer Mitteilung. Bei Fortsetzung des aktuellen Trends würden die angebotenen Sitzkilometer im Vorjahresvergleich wohl nur noch in einer Spanne zwischen 20 und 30 Prozent liegen.

Lufthansa-A380 in Teruel

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A380 und A340-600 auf dem Abstellgleis

Die Einschnitte im operativen Geschäft werden deshalb immer drastischer. Statt, wie bislang geplant, 100 Flugzeuge auszumustern, sollen nun bis Mitte des Jahrzehnts konzernweit 150 Maschinen stillgelegt werden. Das bedeutet zugleich auch das Todesurteil für die A380 – zumindest, wenn sich nicht unverhofft doch noch alles zum Besseren wendet. "Nachdem bereits im Frühjahr sechs Airbus A380 endgültig außer Dienst gestellt worden sind, werden die verbleibenden acht Flugzeuge, die bislang noch für den Flugdienst vorgesehen waren, in einen sogenannten Langzeitparkmodus (long-term storage) überführt und aus der Planung genommen", heißt es seitens des Lufthansa-Vorstands. Die Jets würden nur dann reaktiviert, wenn sich der Markt wider Erwarten doch schnell erhole. Gleiches gilt für zehn A340-600, die bislang noch Teil der künftigen Flottenpläne waren. "Darüber hinaus werden die verbleibenden sieben Airbus A340-600 endgültig außer Dienst gestellt", so Lufthansa weiter.

Patrick Zwerger
Die A340-600 hat bei Lufthansa höchstwahrscheinlich ebenfalls ausgedient.

Schlankere Struktur und Personalabbau

Im Zuge des angepassten Restrukturierungsprogramms erhöhe sich zugleich der rechnerische Personalüberhang von 22000 Vollzeitstellen. Hierzu heißt es vom Vorstand: "Die Anpassung der dauerhaften Personalstärke in den Flugbetrieben wird an die weitere Marktentwicklung angepasst. Die Kompensation und der Abbau personeller Überkapazitäten wird mit den zuständigen Arbeitnehmervertretungen besprochen." Zudem würden die Verwaltungsflächen weltweit überprüft und in Deutschland um 30 Prozent reduziert. Eine verschlankte Führungsstruktur mit einer um 20 Prozent reduzierten Anzahl von Leitungspositionen soll ebenfalls zur Kostensenkung beitragen.