Das Flugzeug gelte seit Montag offiziell als gepfändet, meldete der Österreichische Rundfunk ORF. Der "Exekutor" des Gerichts habe ein "Kuckuck-Pickerl" an dem zweistrahligen Standardrumpfflugzeug angebracht. Private Fotos aus der Kabine zeigten den Aufkleber mit dem Siegel des Gerichts über dem "Fasten Seat Belts"-Zeichen an der vorderen Kabinenfront.
Betrag verdoppelte sich bereits
Hintergrund der gerichtlichen Aktivitäten sei ein Rechtsstreit mit einer Ryanair-Passagierin, die am 11. Juli 2024 mit zwei Begleitern nach 13 Stunden Verspätung einen Ausweichflug nach Mallorca habe buchen müssen. Für neue Tickets, zusätzliche Kosten und Zinsen stehe der Frau noch eine Entschädigung in Höhe von 890 Euro zu. Ryanair habe die Forderungen, trotz mehrmaliger Aufforderung und anwaltlicher Hilfe, bislang nicht beglichen. Ursprünglich hatte die Forderung der Frau nur bei 355,02 Euro gelegen.
Kapitän und Crew hatten kein Bargeld
Der Gerichtsvollzieher habe zunächst versucht, beim Kapitän des nun gepfändeten Flugzeugs den Betrag einzutreiben. Dieser habe jedoch nur eine spezielle Kreditkarte für Treibstoffkäufe dabei gehabt und kein Bargeld. Auch die Onboard-Verkäufe in der Kabine erfolgten nur elektronisch, so dass auch die Kabinenbesatzung kein Bargeld mitführe.
Im schlimmsten Fall droht die Versteigerung
Schließlich befestigte der Exekutor seine Pfändungsmarke, womit das Flugzeug selbst gerichtlich gepfändet ist. Laut ORF muss die Airline nun zügig den geforderten Betrag überweisen, da sonst sogar eine Versteigerung des gepfändeten Flugzeugs drohe. Das Flugzeug durfte, trotz seiner Pfändung, wieder starten. Am rechtlichen Status ändert dies aber nichts. Unser Archivbild des Flughafens Linz zeigt eine andere Boeing 737 von Ryanair in Linz-Hörsching.





