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Lizenzen versteigert

Adria Airways gehört jetzt dem „Bananenkönig“

Die Betriebslizenzen der insolventen Adria Airways sind am Donnerstag versteigert worden. Den Zuschlag erhielt der slowenische Obst-Importeur Izet Rastoder. Die groß angekündigte Übernahme durch russisch-arabische Investoren bleib aus: Es gab nur ein einziges Gebot.

Am Ende ging alles ganz schnell: Der Unternehmer und Obsthändler Izet Rastoder, in seiner Heimat Slowenien als „Bananenkönig“ eine feste Größe, hat die verbliebenen Reste der Konkurs gegangenen Adria Airways ersteigert. Als einziger der im Vorfeld gehandelten Kandidaten gab er überhaupt ein Gebot ab – und erhielt so die Lizenzen der Fluglinie einschließlich AOC (Luftverkehrsbetreiberzeugnis) zum Startpreis der Auktion. Dieser hatte 45000 Euro betragen. Wenige Tage vor der Versteigerung hatte sich noch eine Gruppe russischer und arabischer Investoren mit dem Plan hervorgetan, Adria Airways zu übernehmen und mit Suchoi Superjets auszurüsten. Daraus wird nun offensichtlich nichts – die Investorengruppe überließ dem „Bananenkönig“ das Feld. Anscheinend hatte sie noch nicht einmal die für die Teilnahme an der Versteigerung nötige Kaution hinterlegt.

Air Adriatic könnte bald starten

Izet Rastoder ist allerdings nicht nur Sloweniens größter Importeur exotischer Früchte und der sechstgrößte Bananenhändler der Welt. Nachdem er in jüngerer Vergangenheit im Immobiliensektor sowie ins Abfallgeschäft investiert hatte, gründete Rastoder im Oktober 2019 auch sein eigenes Luftfahrtunternehmen: die Air Adriatic. Mit dem nun ersteigerten AOC von Adria Airways soll Air Adriatic bald schon an den Start gehen und Charterflüge anbieten. Dem Österreichischen Rundfunk ORF zufolge ist Rastoders Fluggesellschaft bereits im Besitz zweier „kleinerer Flugzeuge“, mit denen man vor allem Business-Flüge anbieten will. Die Tage der Marke Adria Airways dürften damit indes endgültig gezählt sein.

Gespräche über Adria-Slots

Das Luftverkehrsbetreiberzeugnis gilt neben den weiteren versteigerten Dokumenten als einziges nennenswertes Vermögen von Adria Airways. Ihre Flugzeuge hatte die Airline schon vor Jahren verkauft und anschließend zurückgeleast. Wie der ORF schreibt, soll Izet Rastoder durch den Kauf aber auch bei Gesprächen über die Slots von Adria Airways „den Fuß in die Tür“ bekommen. Diese Gespräche dürften nun bald anlaufen – vorausgesetzt, Rastoder überweist den vereinbarten Kaufpreis. Dafür hat er nun drei Tage Zeit.