LMS-192 Oswei: Das Regionalflugzeug soll schon in zwei Jahren fertig sein

Russisch-belarussische Kooperation
Die LMS-192 Oswei soll in zwei Jahren fertig sein

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.04.2026
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Oswey, Oswei, LMS-192
Foto: JSC 558 Aircraft Repair Plant

Die Entwicklung des gemeinsamen Regionalflugzeugs Oswei kommt scheinbar voran. Staatssekretär des Unionsstaates Sergei Glasjew gibt sich zuversichtlich, dass die Arbeiten in den kommenden zwei Jahren vollendet sein werden.

In einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur TASS betonte er, dass die notwendigen Voraussetzungen für die Produktion des russisch-belarussischen Kooperationsprojekts bereits vorhanden sind.

Dabei verwies er auf die lange Entwicklungsgeschichte des Projekts. Bereits in der Sowjetunion und später in Russland hätten über Jahrzehnte hinweg Prototypen für das leichte Mehrzweckflugzeug existiert.

"Alles, was für die Produktion eines solchen Flugzeugs nötig ist, existiert bereits. Um ehrlich zu sein, verstehe ich nicht, wieso die Deadlines verschoben wurden", erklärte der Staatssekretär. "In den nächsten zwei Jahren sollten die Arbeiten abgeschlossen sein. Es gibt sehr viel Vorarbeit."

Laut Dmitri Pantus, dem Vorsitzenden des Staatlichen Militärisch-Industriellen Komitees von Belarus, soll ein Prototyp der Oswei noch in diesem Jahr in Belarus entstehen.

Der russische Industrieminister Anton Alikhanov hatte zuvor erklärt, dass alle Parameter des Oswei-Projekts bereits entwickelt worden waren. Russland wartet nun auf positive Rückmeldungen aus Belarus, um die Arbeiten fortsetzen zu können.

Ehrgeizige Fertigungszahlen

Das 19-sitzige Flugzeug ist für den Regionalverkehr konzipiert und soll die Let L-410 ersetzen. Die Let kommt aus Tschechien und ist daher seit Beginn des Ukrainekrieges für Russland und Belarus unzugänglich.

Nach den Plänen der umfassenden Entwicklungsstrategie für die Luftfahrtindustrie sollen bis 2030 insgesamt 158 Oswei-Flugzeuge produziert werden.

Diese sind allerdings nicht die einzigen Regionalflugzeuge, an denen derzeit gearbeitet wird. 105 Maschinen des Typs TWRS-44 Ladoga und 139 Flugzeuge des Typs LMS-901 Baikal sollen bis 2030 gebaut werden.

Keines der Modelle ist bisher zugelassen. Die Ladoga bietet Platz für 30 bis 50 Passagiere. In der Baikal sollen maximal zwölf Personen Platz finden. Das fünfte Versuchsmuster der Baikal war Ende Februar erstmals in der Luft. Noch in diesem Jahr soll die Zertifizierung abgeschlossen sein, 2027 soll die Baikal serienreif sein. Auch von der Ladoga befindet sich ein Prototyp im Bau. Hier dürfte bis zur Zulassung allerdings noch einige Zeit vergehen.

Gute Aussichten für die großen Maschinen

Bei den größeren Passagierflugzeugen, an denen derzeit in Russland gearbeitet wird, konnten zuletzt einige Erfolge vermeldet werden. Alle drei Projekte hatten sich zuvor deutlich verzögert. Nun sind allerdings alle Zulassungen in Aussicht. Laut der russischen Zivilluftfahrtagentur Rosawiazija soll die Il-114-300 im Mai dieses Jahres zertifiziert werden. Der Superjet SJ-100 soll im Juli folgen, und das Mittelstreckenflugzeug MS-21-310 schließlich im Oktober.