Neues "Baikalflugzeug" startet zum Erstflug: LMS-901 überarbeitet

Entwurf stark überarbeitet
Neues „Baikalflugzeug“ LMS-901 startet zum Erstflug

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.02.2026
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Das fünfte Versuchsmuster des leichten Mehrzweckflugzeugs LMS-901 "Baikal" hat am 22. Februar seinen ersten Testflug erfolgreich abgeschlossen. Der Flug fand auf dem Flugplatz des Uralischen Werks für Zivilluftfahrt (UZGA) in Jekaterinburg statt.

Die Maschine, ausgestattet mit dem russischen Turboprop-Triebwerk Klimow WK-800 und dem Propeller Aerosila AW-901, absolvierte eine vollständige Platzrunde und landete planmäßig. Der Flug dauerte zehn Minuten, das Flugzeug erreichte eine Höhe von 300 Metern und eine Geschwindigkeit von 190 km/h.

Ende Dezember hob bereits eine LMS-901 mit russischem Triebwerk zu ihrem Jungfernflug ab. Der Prototyp mit der Nummer 532 war allerdings nur umgerüstet und nicht bereits zu Beginn mit dem WK-800 ausgestattet.

Durch Sanktionen ist das ursprünglich verbaute US-amerikanische GE-Triebwerk aus den USA, mit dem die Maschine zunächst gebaut wurde, nicht mehr verfügbar. Vor dem geglückten Erstflug sah es allerdings nicht so aus, als würde die LMS-901 tatsächlich abheben. Russlands Vize-Premier Trutnew hatte das Projekt noch im Mai 2025 öffentlich als gescheitert bezeichnet. Dem hatte das Industrieministerium widersprochen und die Weiterentwicklung betont.

Ural Works

Zertifizierung noch dieses Jahr geplant

Das größte Problem des Projekts sind die berechneten Kosten pro Exemplar, die sich seit Projektbeginn etwa vervierfacht haben – von rund 120 auf schätzungsweise 455 Millionen Rubel.

Trotzdem sieht es jetzt gut aus für die "Baikal". Gegenüber früheren Versuchsmustern weist der neue Prototyp 535 mehrere technische Änderungen auf, wie UZGA mitteilte. Die Bugsektion der Pilotenkanzel wurde überarbeitet, um ergonomische Anforderungen und Sicherheitsstandards bei Notlandungen zu erfüllen.

Baikal-Projekt (Ural Works)

Zulassung 2026?

Darüber hinaus wurden das Hauptfahrwerk modernisiert und der Einstellwinkel der Tragfläche angepasst. Das soll ein vorzeitiges Abheben bei böigem Wind während des Startlaufs verhindern. In weiteren Boden- und Flugtests sollen nun besonders diese Modifikationen geprüft werden. Dazu sollen auch zwei nicht flugfähige Testflugzeuge beitragen, die Prototypen 3 und 4.

Nach Abschluss der Tests und einer Zulassungsprüfung des Bordkabelnetzes soll das Muster bald in die reguläre Zertifizierungsphase übergehen. Die Zulassung soll möglichst noch 2026 erfolgen, die Serienreife ist für 2027 geplant.

Die "Baikal" ist für den regionalen Luftverkehr und verschiedene Luftarbeiten konzipiert. Bis zu neun Passagiere sollen in der Maschine Platz finden. Das Triebwerk WK-800, mit dem sie jetzt abhob, soll künftig auch in weiteren Flugzeugprojekten des Herstellers zum Einsatz kommen, darunter das Schulflugzeug UTS-800 und das russisch-weißrussische Regionalflugzeug LMS-192 "Asweja".